Wie frau höflich und subtil Männer verjagt

Wie meine treue Leserschaft sich denken kann, geht es um meine Männersuche via Singlebörse. Ich hatte nämlich mein zweites Date mit dem lieben, netten, freundlichen, zuvorkommenden, höflichen, aufmerksamen Mann, mit dem ich letzte Woche einen ganzen Tag verbrachte, der zugegeben sehr schön war.

Aber, jaja ein aber, im Laufe der vergangenen Woche wurde ich immer skeptischer, auch seine lieben SMS konnten meine Skepsis nicht vertreiben, irgendwie fehlte die unbändige Begeisterung wenn ich eine SMS von ihm bekam und ich war auch nicht so scharf darauf, mit ihm zu telefonieren. Und mit Krampf muss ich wirklich nichts herbeiführen. Als ich dann bei unserem zweiten Treffen die Rolltreppe der U-Bahnstation hochfuhr und ich ihn Stück für Stück wiedersah, auf mich wartend, mit unglaublich lieben Blick und gar nicht böse ob meiner Verspätung, war mir sofort klar, dass das nichts wird. Schon wieder nicht. Nächster Gedanke: Wie mache ich es, dass er auch kein Interesse hat, so muss ich keinen Korb austeilen und er fühlt sich dann nicht unwohl – es muss also auf Gegenseitigkeit basieren. Hier mein Taktik:

  •  Nicht alles kommentieren, das er sagt. Wir kennen alle diese komischen Schweigesekunden und wenn wir unter Druck versuchen, das Gespräch fortzuführen. Lasst es. Er soll denken, dass es keine gemeinsame Gesprächsbasis gibt und wenn doch, dann..
  •  Das Gegenteil von dem mögen, was er mag. Also, er liebt es in Pubs zu gehen, also liebe ich Clubs, er liebt Strandurlaube, also ich Abenteuerurlaube, er ist Raucher, ich strikte Nichtraucherin, er liebt Burger King, ich McDonalds,…
  • Scharfe würzige Speisen mit bestenfalls Knoblauch bestellen und keinen Alkohol trinken – zeigt ihm, dass man nicht plant heute noch zu küssen oder für nächtliche Aktionen lockerer werden will
  • Getrennte Rechnung verlangen, dadurch gibt es dann kein Revangieren und niemand ist jemandem etwas schuldig – ein „dann zahlst du mir eben das nächste Mal einen Kaffee“ fällt flach
  • Körpersprache sprechen lassen: Zum Getränk greifen, wenn er es nicht tut; Beine verschränken und leicht abwenden; zurücklehnen und so keine Intimität entstehen lassen; Hände im Schoß liegen lassen und nicht am Tisch – so kommt er nicht in die Versuchung danach zu greifen; Tasche zwischen einander stellen (bzw. tragen), immer vis-a-vis sitzen, nicht nebeneinander
  • Und für jene, die einen Hund haben: Zum Hund unglaublich herzlich sein – dadurch merkt er, wie unfassbar lieb man eigentlich sein kann

Wichtig dabei ist aber, immer freundlich zu sein, nie gemein, gelangweilt oder genervt zu wirken, auch etwas unterhaltsam zu sein und nicht nur abweisend, weil das wäre dann fies. Dann könnte man ja gleich direkt sagen, dass das nix wird und niemand hört gerne eine Abfuhr, egal wie charmant sie vorgetragen wird. Er soll einfach geschickt und subtil zur gleichen Ansicht kommen, wie du. Schon unsere Mütter haben gewusst, wie sie es anstellen, dass Männer das wollen, was eigentlich sie wollen, ohne dass sie es merken ;)

Das Ende vom Lied war dann:
Er: Und, wie gehts mit uns jetzt weiter?
Ich: Hmmmm
Er: Hmm, also wir sind schon recht verschieden, gell?
Ich: Ja, das ist mir auch aufgefallen
Er: Vielleicht hören wir ja trotzdem mal wieder von einander, haben uns ja sonst recht gut verstanden

Mission: Erfolgreich!

Hmm, in Männer verjagen bin ich ja nicht schlecht, das wusste ich bereits (muss ich aber nicht wissen, das sieht man), wär wohl klüger mir mal etwas wirkungsvolleres Wissen fürs Behalten von Männern anzueignen.