Die Arschloch-Theorie kann mich mal

Die Arschloch-Theorie besagt: „Sei ein Arschloch und die Frauen rennen dir die Schlafzimmertür ein.“ Ich kanns nicht mehr hören! Als wäre dieses Motto eine Entschuldigung für die Männer, sich beschissen uns Frauen gegenüber zu verhalten – dabei ist an diesem Motto genauso viel dran, wie am Schniedl-Gerücht von Lady Gaga. Jedenfalls teilweise. Ihr seht, ich relativiere es, soll aber nicht heißen, dass diese Masche zieht. Nur psychisch gestörte Frauen fallen langfristig auf ein Arschloch rein und damit können sich nur psychisch gestörte Männer brüsken.

Wer bezeichnet hier eigentlich jemanden als Arschloch? Sind das die Arschlöcher selbst, oder regen sich die Jammerlappen, die einen Korb nach dem anderen kassieren oder es gar nicht erst probieren darüber auf, dass immer der selbstgefällige beste Freund die Frauen abbekommt, die natürlich er, der verständnisvolle, sensible und freundliche Typ verdient hätte? Oder sind es etwa enttäuschte Frauenherzen, die über die bösen Männer jammern, weil sie eben doch nicht anders sind, als alle anderen und genauso abgewiesen oder, ja nennen wir es, gleichgültig behandelt wurden?

Ab wann ist Mann eigentlich ein Arschloch? Beginnt es damit, dass man nicht zurückgerufen wird, oder wenn man versetzt wird, oder erst wenn man durchs Schlafzimmer geprügelt wird? Fakt ist, dass Mann in Mädlsrunden schnell zum Arschloch wird. Wenn er mit mir ein Date hat und während dessen eine andere Frau anmacht – ja, das ist für mich bereits ein Arschloch. Wenn er mir versichert, er melde sich und tut es dann nicht, weil er es nie vorhatte, dann auch. Und wenn er an einem Tag das große Interesse zeigt und am nächsten Tag die kalte Schulter zeigt, als wäre nichts gewesen, dann auch. Ihr seht, meine Schmerzgrenze liegt niedrig – aber eine kürzlich durchgeführte Feldstudie unter meinen Freundinnen hat gezeigt, dass sie im Durchschnitt liegt.

Es stimmt schon, dass die Gattung Arschloch-Mann auf Frauen attraktiver wirkt. Aber nur eingangs. Wenn sie auf den ersten Blick schlicht und einfach selbstsicherer sind, sich nichts gefallen lassen, Parole bieten und zielstrebig sind, mit sicheren Schritt auf einen zugehen und mit kraftvoller Stimme wohlgeformte Sätze sprechen. Vielleicht auch erfolgreich sind und gutaussehend. Das ist natürlich sexy. Das hat Charisma. Meistens. Wer bitte will nicht so einen Mann haben? Und genau deshalb, weil sie wissen was sie wollen, wissen sie auch, was sie nicht wollen. Und das ist man halt manchmal selbst.

“WAS? DU willst mich nicht? DU läufst mir nicht hinterher? DU rufst mich nicht an und drehst mir den Rücken zu? Na warte, dich krieg ich noch.” Ja auch wir Frauen haben einen Jagdinstinkt und wenn wir – gelangweilt von den Anmachen von zuckersüßen und lieben und zuvorkommenden und immer ja-sagenden und uns die-Wahl-lassenden Männern, die uns immer und immer und immer wieder beim Sex fragen, obs eh so gut ist und ob es eh so bequem ist und ob er einem eh nicht weh tut (lieber Herrgott, mach dass er mir endlich wehtut!!!), ja dann könnte es sein, dass dieser Typ Mann unsere Aufmerksamkeit bekommt. Wenn ein Grundinteresse vorhanden ist! Nur dann! Wenn man den Kerl nicht mal mit dem Kaminbesteck angreifen will – schon gar nicht wenn er drauf steht – dann ist er einfach nur endlich weg und macht Platz für den nächsten Kandidaten.

Aber wer denkt, dass diese Taktik langfristig funktioniert hat sich echt geschnitten Burschen. Und dann den Bogen hinzukriegen, von gleichgültig auf interessiert zu switchen – das ist die Profiliga – wer den Punkt verpasst, erhält nur noch das Responds vom gekränkten Ego der Frau und die ist eine Abfuhr! Daher für all jene, die sich etwas schwer tun: Wer Interesse hat, bei der Frau muss man keine Spielchen spielen, da kann man genauso sein, wie man ist. Und das ist hoffentlich kein Arschloch!