Der Schlüssel zu meinem Herzen


„Trautes Heim, Glück allein“ war für viele Jahre mein Motto. Hinter mir die Türe ins Schloss fallen lassen, Schuhe in die Ecke knallen um dann breitbeinig, mit zerfledderten Haaren und nicht zusammenpassender Couchpotato-Klamotte vor „We are family“ dahinzusumpern. Ihr könnt mich alle mal, das ist MEIN Reich! Und dann kam dieser Dialog mit meinem Freund letztens:

Ich: „Ahhhhhhäääschhhhwauuuuuuu!!!!“
Er: „Öhm,.. Gesundheit?“
Ich: „Ich hab nicht geniest, ich hab gegähn.“
Er: „Achso, hat sich so angehört, als würdest du niesen, husten und gähnen gleichzeitig…“
Ich: „Nö, ich hab gegähnt. Bissi laut halt.“
Er: „Ist ok, daran merke ich, dass du dich bei mir wohl fühlst.“
Ich: „Heißt das, dass ich auch bei dir pupsen dürfte???“

Dem Konzept des Zusammenwohnens stand ich eigentlich immer sehr skeptisch gegenüber und ich bin der Meinung, dass man das nicht überstürzen sollte. Manchmal ist es ganz angenehm, wenn man nach seiner Intimrasur nicht wieder alles auf Hochglanz polieren muss, oder der übriggebliebene Hendlhaxen ein paar Tage länger unauffällig im Kühlschrank dahin… ähm… kühlen darf. Sieht ja keiner außer mir, dass ich eine Chaotin bin. Wenn ich will, dass mir jemand sagt, dass sich der Staub schon bisserl zu lang ungehindert vermehrt, dann lade ich mir meine Freundin Swarina ein. Aber vor meinem Freund will ich schon einen guten Eindruck hinterlassen. Am Ende denkt er, dass er sein Chaos auch bei mir hinterlassen darf und Dreck mal Zwei ist definitiv einmal zu viel Dreck und Chaos.

Aber najaaaa, was soll ich sagen, das traute Heim ist so ganz allein, gar nicht mehr so traut. Und breitbeinig, mit unfrisierten Haaren in nicht zusammenpassenden, gemütlichen Klamotten, „We are family“ ansehen, das haben wir schon gemacht. Gemeinsam. Also er auch. Warum also nicht den nächsten Schritt wagen? Habe auch nicht vor in seiner Gegenwart zu pupsen.

Ja und dann hab ich einen auf Beate gemacht. Ab Minute 3:20 wisst ihr was ich meine ;)