Ein Jahr verheiratet und was sich geändert hat

Fanfarella Hochzeit

Fanfarella Hochzeit

Eigentlich bin ich kein Mensch, der jeden Anlass am Schopf packt, um ein Resümee zu ziehen. Das wirkt so unsympathisch altklug, aber der 1. Hochzeitstag ist eine Ausnahme wert und dieser ist nun auch schon fast ein Monat her. Somit gehöre ich nun so richtig zu den Eheleuten und das sind gemeinhin erwachsene und kluge Menschen, die Verantwortung übernehmen und auf die man sich verlassen kann. Perfekte Beschreibung von mir würde ich sagen. Und somit habe ich durchaus etwas zu diesem Thema beizusteuern. Und das mit altklug sein, das lassen wir hier mal einfach vorneweg.

Die erste Nicht-Überraschung: Verändert hat sich natürlich im Großen und Ganzen wenig, außer mein Nachname. Und ich behaupte, das ist gut so. Trotzdem hat sich ein bisschen etwas getan und das möchte ich euch heute verraten.

Heilfroh bin ich, dass ich meine freie Zeit nicht mehr für die Planerei der Hochzeit verbringe. Meine Sicht auf die Planung einer Hochzeit, hat sich doch sehr verändert. Ich kann mir einen leichten Mitleidsblick einfach nicht verkneifen, wenn eine frisch Verlobte gerade beginnt ihre Hochzeit zu planen und (noch) voller Enthusiasmus ist. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass rund um meine Hochzeit einfach zu viel Negatives passiert ist, denn das Fest selbst, war traumhaft schön.

Überlebt haben wir in unserem ersten Ehejahr die erste gesundheitliche Krise, denn mir ging es über mehrere Wochen gesundheitlich nicht gut. Ich war nicht ich selbst, musste öfters zum Arzt und ins Krankenhaus und Andreas wich mir kein einziges Mal von der Seite. Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass man zu jenen Paaren gehört, die in schweren Zeiten näher zusammenrücken und sich nicht entzweien.

Vergrößert haben wir unsere kleine Familie durch die aufgeweckte Chihuahua-Hündin Stella. Sie ist ein richtiger Wirbelwind und ganz anders als Fanfarella, was es mir überraschenderweise etwas schwerer machte, sie so wie sie ist komplett in mein Herz zu schließen. Aber seit dem 1. Todestag von Fanfarella habe ich das Gefühl, dass Stella und ich ein Team werden und sie einen fixen Platz in meinem Herzen hat.

Erlebt habe ich meinen ersten Urlaub ohne Andreas. Ich war mit einer Freundin in Lissabon und zugegeben, es war schon etwas seltsam eine neue Erfahrung zu machen und er ist nicht Teil davon. Das soll nicht bedeuten, dass ich den Urlaub nicht genossen habe, aber ich weiß nun, dass es mir wichtiger ist als gedacht, solche Erfahrungen mit ihm zu teilen.

Beendet haben wir unsere Streitigkeiten seit unserer Hochzeit gefühlt harmonischer, als davor. Wir gehören nicht zu den Paaren, die nie streiten, aber auch nicht zu jenen, bei denen es zum Alltag gehört. Wir lieben es harmonisch, streiten glücklicherweise meist nur über Kleinigkeiten – wie bspw wer abends öfters mit dem Hund rausgeht – und deshalb sind wir nie lange böse aufeinander. Seit der Hochzeit schwingt bei jeder Auseinandersetzung aber immer dieses Versprechen über mir, dass wir uns für einander entschieden haben und einen Weg finden möchten, mit dem wir beide glücklich sind.

Verliebt bin ich immer noch wie am Tag der Hochzeit, denn ich möchte nicht zu jenen Menschen gehören, die behaupten, ihren Partner mit jedem Tag mehr zu lieben, weil dann verhöhnt man doch das Gestern und das war doch traumhaft schön. Nein man liebt mit der Zeit vielleicht ein bisschen anders. Nicht anders im Sinne von, dass wir die Klotüre nicht mehr schließen oder ungeniert herumpupsen. Aber vertrauter und sicherer meiner Meinung nach. Und hoffentlich bekommen wir die Kurve hin, dass es dann trotzdem nicht selbstverständlich wird, dass der andere immer da ist und wir das nie mit Sicherheit verwechseln, weil dankbar möchte ich auch zukünftig dafür sein, dass er der Mann ist, der er ist und wir einander gefunden haben.

Heiraten würde ich natürlich nach wie vor nochmals, denn eine Hochzeit ist meiner Meinung nach der schönste Anlass, den man mit seinen Liebsten gemeinsam feiern kann. Ein Fest der Liebe, mit Schwüren und vielen mit Glück und Liebe randvoll gefüllten Momenten, an die man sich ein Leben lang erinnert und die einem helfen, wenn es mal etwas holprig werden sollte auf dem gemeinsamen Weg. Ich sehe darin somit nach einem Jahr Ehe noch viel weniger den Vertrag den man schließt und das ist vielleicht für manche unter euch etwas zu romantisch, aber damit kann ich leben. So liebet und heiratet zahlreich :)

Foto: Tony Gigov