10 Dinge die besser sind als online zu prokrastinieren

by

Prokrastinieren / www.fanfarella.at

Prokrastinieren war bis vor 5 Jahren noch ein Fremdwort für mich. Für mich hört es sich bis heute nach Kastration an und das hat ja laut Wikipedia etwas mit Berauben zutun. Das passt dann wieder recht gut zu Prokrastinieren – ich beraube mich selbst meiner wertvollen Zeit und verschwende sie meist online, statt sie effizient zu nutzen. Ich klicke mich durch die schier endlosen Weiten des Internets, von einem Wedding Blog zum nächsten (obwohl ich gar nicht verlobt bin), recherchiere die tollsten Urlaubsziele (obwohl mein Urlaub bereits fix und fertig geplant ist), erstelle die tollsten Warenkörbe beim Online-Shop meines Vertrauens (obwohl ich für die fix und fertig geplante Reise sparen muss), nur um sie dann wieder zu löschen. Und wenngleich das zeitweise etwas richtig tolles sein kann, solche hirnbefreiten Dinge zu tun, bemühe ich mich in den letzten Wochen das in meiner Freizeit konstant wachsende online Prokrastinierlevel etwas runterzuschrauben. Es gibt einfach viel zu viele tollere Dinge, die man stattdessen machen könnte und die einem am Ende des Tages Freude bereiten, sie endlich getan zu haben. Und da spreche ich gar nicht von den leidigen Rechnungen, die endlich bezahlt gehören, die Diplomarbeit, die wie ein Damoklesschwert über einem schwebt oder die immer versiffter werdenden Küchenschubladen. Nein, das Zeug kann ruhig weiter warten. Ich rede von den schönen Seiten im Leben, die man unverständlicherweise immer wieder aufschiebt, weil einem immer wieder Ausreden einfallen und man dann schlussendlich doch wieder gemeinsam mit dem Glatzen-Bachelor im TV auf der Couch landet und parallel dazu die Online-Shops leerräumt. Deshalb hoch mit unseren Ärschen, denn hier sind nur 10 Dinge, die schöner sind, als im Internet zu prokrastinieren:

  1. Ein neues Rezept ausprobieren, das einem immer schon viel zu aufwändig und zu schwierig war. Und dann die Lorbeeren ernten, weil es so lecker schmeckt!

  2. Zeit alleine verbringen. Also wirklich alleine. Ohne Handy, ohne Buch, ohne Musik. Einfach mit sich alleine sein und bemerken, wie gut das tut.

  3. Endlich mal einfach in den Zug steigen und dort aussteigen, wo man will und nicht wo man es muss.

  4. Gemeinsam mit der Kamera in die Natur gehen und den Akku leer fotografieren

  5. Den Fernseher ausschalten, das Internet abstecken und sein Notizbuch hervorholen, um endlich mal so richtig zu schreiben. Also mit Stift meine ich! Ein Gedicht, eine Kurzgeschichte, den Anfang von einem Bestseller.

  6. Die Eltern anrufen und mit ihnen Pläne für einen gemeinsamen Ausflug machen. Also nicht gemeinsam TV schauen oder im Restaurant für 2 Stunden treffen, sondern die Zeit nutzen um bleibende Erinnerungen wieder aufzubauen. So wie jene von damals, als Kind im Vergnügungspark mit der Familie beispielsweise.

  7. Teile Komplimente an deine Mitmenschen aus. Oft denken wir sie uns nur, anstatt sie auszusprechen, aber eigentlich hören wir sie doch alle gerne, stimmts? Das dauert zwar nicht lang, aber man kann es wunderbar mit einem Kaffeeklatsch mit Freunden vereinbaren 😉

  8. Mit dem Hop-on-Hop-Off Bus in deiner Heimatstadt oder der nächst gelegenen fahren und Tourist für einen Tag spielen. Die eigene Stadt mit neuen Augen zu erkunden hat etwas aufregendes!

  9. Suche dir deine liebsten Erinnerungs- und Urlaubsfotos heraus, drucke sie aus und gestalte eine Fotowand. Jedes Mal wenn man daran vorbeigeht, erinnert man sich an die tolle Zeit.

  10. Schließe neue Freundschaften mit Bekannten. Mit denen man schon immer mal etwas unternehmen wollte, es immer wieder ausgesprochen hat, es aber dann nie durchgezogen hat.

Diese 10 Punkte sind alles kleine To-Dos für mich, die ich entweder bereits getan habe, oder noch durchziehen möchte und ich freue mich schon richtig auf die nächste freie Zeit, bei der ich bewusst den Laptop auf die Seite lege und stattdessen etwas von diesen 10 viel schöneren Freizeitbeschäftigungen zu machen.

Zugegeben, eigentlich sind das ja auch alles nur Prokrastinierungsaktionen, die einen davon abhalten die erwähnte Diplomarbeit zu schreiben. Aber jeder hat doch auch neben einer Liste an unangenehmen To-Dos, eine Liste an eigentlich schönen Dingen, die ihr immer schon machen wollt, die eigentlich kein großer Aufwand sind, aber die man trotzdem immer wieder aufschiebt, oder? Also ich rede hier gar nicht von großen Reisen und teuren Unternehmungen, sondern von meist Herzensangelegenheiten. Und ich finde, wir sollten uns viel öfters genau dafür die Zeit nehmen.

Bild via Pinterest (konnte leider die originäre Quelle nicht finden)

No tags 0
8 Responses
  • Andrea
    März 12, 2014

    Tolle Vorsätze!! Ich denke mir selber immer wieder dass ich viel zu viel Zeit vor meinem Laptop oder am Handy verbringe, schalte beides aber trotzdem eher selten aus. Aber jetzt wo es draußen endlich Frühling zu werden scheint, nehm ich mir wirklich vor weniger vorm Notebook und mehr in der Natur zu sein. 🙂
    LG, Andrea

  • h.anna
    März 12, 2014

    bin absolut bei dir. einfach mal sich nicht selber im weg stehen!

  • Christine
    März 13, 2014

    Sehr schöner Artikel 🙂

  • Selina
    März 14, 2014

    Eine sehr schöne Idee! Sich Zeit für die schönen Dingen des Lebens zu nehmen, tut uns einfach ungemein gut

  • Annika Ingrid
    März 16, 2014

    Kommt mir sehr sehr bekannt vor. 😀
    Sehr schön geschrieben. 🙂

  • Lauras Sterne
    März 18, 2014

    Wundervolle Ideen, toll geschrieben.. und vor allem so wahr! Wir vergeuden unsere Zeit, sollten uns viel mehr mit tollen Menschen begeben und in der Natur sein, anstatt im Netz zu surfen und TV zu schauen…
    Danke für diese Inspiration, gehe nun nächste Woche mit meinen Eltern in den Zoo 😉
    Alles Liebe
    Laura
    http://laurassterne.blogspot.de/

  • moiren atropos
    März 23, 2014

    An diese Punkte, vor allem die Fotowand, das Fotografieren und Rezepte testen, muss ich immer denken, wenn ich an den wenigen freien Tagen vorm PC hocke und erst nach Stunden merke, dass der Tag rum ist ohne das ich wirklich was getan habe, außer im Internet zu surfen.
    Dank fürs in Erinnerung Rufen.

  • Farina
    März 29, 2014

    Wahre Worte! Haha, sowas sollte man sich echt mal zu Herzen nehmen. Ich kenne das noch zu gut von letzter Woche, in der in eigentlich für meine Zwischenprüfung lernen musste und mich dann doch ab und zu mal auf dem ein oder anderen Blog oder YouTube Kanal „verlaufen“ habe 🙂

What do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *