Hello Monday! Back to Straßenköterbraun?

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Seit ca. fünf Jahren bin ich eine Blondine. Alle paar Wochen pilgere ich zu meiner Friseurin des alleinigen Vertrauens, lasse Kohle im Wert von 15 Cocktails liegen und lasse mich drei Stunden lang haartechnisch grundsanieren. Danach habe ich nicht nur die Haare schön, sondern bin ich voll im Bilde über das Sexleben meiner Friseurin und meine Friseurin voll im Bilde über meinen nicht existenten Fortschritt meiner Diplomarbeit. Was bedeutet, dass ich doch noch den Studentenrabatt bekomme.

Das war nicht immer so. Davor war ich nämlich orange. Dank Experimentierversuchen mit dem Blondierungsspray, der für mich unerklärlicherweise immer noch vollkommen frei zugänglich und ohne Waffenscheinpflicht erhältlich ist. Damit können Freundschaften zerstört werden, wenn man diesen Spray einer Freundin empfielt! Und davor war ich brünett. Oder auch Straßenköterbraun, wie ich es immer genannt habe. Dieses Braun, das nicht wirklich braun ist, weil auch bisschen blond dazuwischen ist, aber auch ein bisschen aschiges braun und rostiges rot. Als hätte jemand da oben alle Haarfarbresten zusammengeschüttet und mir vermacht. Dankeschön, wo kann ich es retournieren?

Vor fünf Jahren also, nach drei Jahren Singledasein, habe ich entschlossen gemäß dem Leitspruch „Blondes have more fun“, unter die Blondinen zu gehen. Und was soll ich euch sagen, ich hatte tatsächlich mehr Fun! Als würde mir die Farbe mehr Strahlen verleihen und Selbstsicherheit, erfuhr ich einen persönlichen Aufwind in Sachen zwischenmenschlicher Annährungen, wenn ihr versteht was ich meine. Nebenerscheinungen wie spontane free Drinks, erhöhte Hilfsbereitschaft auf Seiten der Männer und einfacheres Anhalten von Taxis ließ ich über mich ergehen.

Mittlerweile ist mein verändertes Selbstbewusstsein ein fest verwurzelter Teil meines Ichs geworden und die zwischenmenschlichen Annäherungen sind auf einen einzigen Mann konzentriert. Getränkeeinladungen, Hilfestellungen und Anwinken von Taxen, das übernimmt großteils auch nur noch ein Mann. Also eigentlich brauch ich gar nicht mehr blond zu sein. Ich würde mir dadurch Geld sparen, Zeit sparen und könnte ein intensiveres Verhältnis zu meinem Cocktail-Barkeeper des Vertrauens aufbauen. Oder ist das der Anfang vom Ende? Der Abschied von meinem normalen BMI und der Beginn von Twinsets und Bundfaltenhosen? Vom sexy Single zum langweiligen Hausdrachen?

Na dann vielleicht doch lieber wieder zu meiner Friseurin. Ihre Sexgeschichten würden mir eh fehlen.

Mehr Hello Monday Kolumnen von mir gibts auf Styleranking!

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11 Responses
  • kathmo
    Dezember 12, 2011

    blond steht dir, aber ich bin mir ganz sicher – braun auch. ausserdem ist der braunton nach jahrelangem färben sowieso ein anderer. ich hatte als kind nicht die haarfarbe, die ich jetzt als meine naturfarbe bezeichnen kann und wo ich ständig gefragt werde, ob meine haare gefärbt sind ;)

  • Alice
    Dezember 12, 2011

    Huch, ich kann mir dich gar nicht als Brünette vorstellen :) Ich bin ja Mittelblondine (von Natur aus, plus Strähnen eine Nuance heller und eine Nuance dunkler) und hab die Haare mal kurzzeitig ganz dunkelblond gehabt… mir fehlte das Leuchten *seufz* Wobei ich Frauen mit richtig braunen Haaren auch immer umwerfend finde.

  • Kate
    Dezember 12, 2011

    darf man wissen wo du zum friseur gehst? :)

  • Nina.
    Dezember 12, 2011

    Ich selbst bin erst vor wenigen Monaten erblondet (gegen den Willen des F.), und hab auch schnell festgestellt, dass man blond ganz anders wirkt. Vielleicht war das auch der Grund, warum der F. mich brünett behalten wollte… ;)
    Mir gefällt’s zurzeit jedenfalls ziemlich gut, ich kann mir aber vorstellen, dass das ständige Nachfärben auf Dauer nervig (und auch echt kostspielig) ist. Ich bin morgen auch wieder beim Frisör.
    Ich denke also auch, dass ich nicht ewig blond sein werde. Und wenn du Lust auf braun hast – why not. Steht dir bestimmt gut. Die Frisörin kannst du ja trotzdem noch besuchen. Auch wenn beim Spitzenschneiden für wirklich wilde Geschichten nicht viel Zeit bleiben wird. ;)

  • Macs itC
    Dezember 12, 2011

    *puh* – ich bin zwar selber eine „überzeugte“ Dunkelhaarige, rate Dir aber trotzdem, vorläufig nix zu überstürzen und Dir diesen entscheidenden Schritt wirklich zwei Mal zu überlegen. Dunkel ist man schnell, wieder zurück auf Blond falls es nicht gefällt wäre der pure Horror für Deine Haare. Was sagt denn eigentlich die bessere Hälfte, die zwar natürlich „überhaupt keinen Wert auf Äußerlichkeiten legt“, Dich aber im Grunde doch als Blondine kennen und lieben gelernt hat? Gibt’s da ein Mitspracherecht, darf er einfach nur mit der Entscheidung leben oder ist er im Grunde sogar froh, dass seine Prinzessin dann möglicherweise nicht mehr soo viel Aufmerksamkeit vom Umfeld kriegt? Fragen über Fragen – bin aber jetzt schon gespannt, wie Du Dich entscheidest. xox, Macs PS: Ich war übrigens selber mal zwei Jahre blond, bin daher „voll die Expertin“. ;-) PPS: Die letzten drei Sätze sind leicht fies und bekommen eine dementsprechende Entgegnung, wenn wir uns demnächst wieder sehen. :D Falls Du dann schon Dunkel sein solltest, zahlst übrigens Du – zu viele (allein getrunkene) Cocktails gehen ja eh nur auf die Hüfte. ;-)

  • Mimsbims
    Dezember 12, 2011

    Bleib Blond! Es steht dir super und du bist in meinen Augen einfach eine blonde Frau! Bei mir war es ähnlich, seitdem ich blond bin, ist vieles einfacher :) In diesem Sinne, Schwester ;) Stay blond!!!

  • Chrissie
    Dezember 12, 2011

    Den Text kann ich so nur unterstreichen! Als Blondine fällt man einfach viel mehr auf. Außer man ist vielleicht eine rassige Schönheit, aber das wären wir ja nunmal nicht nur weil wir braune Haare haben.

    Trotzdem denke ich ich auch hin und wieder über braune Haare nach. Man kann sich die Haare ganz einfach selbst tönen. Das spart sehr viel Zeit und noch mehr Geld. Wahrscheinlich werde ich den Schritt zu brauen Haaren aber dennoch nie wieder wagen. Zu viele Freundinnen von mir waren blond, dann braun und wollten schnell wieder blond werden.

  • Estrelle
    Dezember 12, 2011

    Du hattest ja schon mal Bilder mit braunen Haaren gepostet – sie standen dir ausgezeichnet und ich fand dich sogar noch hübscher damit!

  • Oboder
    Dezember 13, 2011

    ich hab auch schon festgestellt, dass meine haarfarbe einfluss auf meine Außen- und Innenwahrnehmung ausübt. Wenn ich im Urlaub bin, färbe ich meine Haare schwarz. Ich fahr immer hier hin und falle dann nicht so auf :-). Während ich in D eine helles Rot oder ein rotes Blond trage – bei meiner Friseure kommt mal das eine und mal das andere raus, aber sie macht trotzdem einen tollen Job.

  • Paula
    Dezember 14, 2011

    Hallöchen, hier meldet sich noch eine natur-brünette Blondine. Unlängst musste ich mir sagen lassen, dass ich jetzt wie eine von den Tussis aus dem 19. (Bezirk) aussehe und dass ich vorher Klasse hatte und edel war. ^_^
    Ich war vor dem Färben naiv, dacht mir einfach ich möchte was ausprobieren und Spaß haben. Habe nie daran gedacht dass
    .) es riskant ist und man Glück haben muss bei der Friseurwahl
    .) Männer mich um gefühlte 475% mehr wahrnehmen als vorher.
    Die Aufmerksamkeitsgleichung sieht ca. so aus:
    Blond + ungeschminkt + slouchy weekend-Gewand = Brünett + geschminkt + chiques Gewand + eingedrehte Locken + viel Bein/tiefer Ausschnitt

    Von all dem Make Up das ich früher normal aufgetragen habe als Tagesmakeup brauche ich jetzt nur noch einen Bruchteil und es sieht gut aus. Früher, mit den dunklen Haaren, sind die Farben im Gesicht „abgesoffen“.

    Ja, (höfliche) Aufmerksamkeit macht Spaß!
    Also, bleib doch noch dabei!

  • Stephie
    Dezember 14, 2011

    Oh Julia, bitte bitte bleib‘ blond!! Die Haarfarbe steht dir ausgezeichnet! :)
    Aber ich kann dir versichern: Ob blond, brunette oder schwarzhaarig… DU bist und bleibst meine absolute BLOGGER-QUEEN! :)

    Beste Grüße
    – Stephie*

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