Tansania Safari: Ein Spaziergang durch das Mto wa Mbu Village

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Die klassische Hochzeitsreise geht ziemlich luxuriös an einen einsamen Strand auf die Malediven, Seychellen, Bora Bora und wie diese kleinen Paradiese so heißen. Es werden täglich Cocktails und feuchte Tücher an die Liegen serviert, im privaten Pool der Wasservilla geplantscht und durch den Glasboden im Outdoor-Badezimmer die Wanderung der Seesterne von Pfeiler 1 zu Pfeiler 2 beobachtet. Paradisisch und nachvollziehbare Entscheidung. Für uns war aber schon Jahre vor der Hochzeit klar, dass es eine Safari werden sollte und so war es dann auch! Zugegeben, wenn ich um 5 Uhr in der Früh aufstehen musste, um die Möglichkeit einer Nashorn-Sichtung zu haben, dachte ich schon etwas sehnsüchtig daran, dass ichs auch anders hätte haben können. Aber dann hätte ich auch kein Nashorn gesehen. Das habe ich streng genommen nämlich. Aus ca 2km Entfernung. Und wenn es tatsächlich ein Nashorn war und keine Attrappe, wie die enttäuschte Safaritouristin in mir den Rangern unterstellt. Unser Guide Edward war jedenfalls der Meinung, dass wir ruhig behaupten können die Big Five gesehen zu haben, also tu ich das jetzt auch.

Ich muss es euch wahrscheinlich nicht sagen, aber ihr könnt euch ja vorstellen, dass ich während unserer Tansania Safari einen Haufen an Fotos geschossen haben. Nun habe ich mir endlich die Zeit genommen, und die Highlights unserer Tour rausgesucht: Der Spaziergang durch das Mto wa Mbu Village macht den Anfang, gefolgt von unseren Pirschfahrten durch die Nationalparks Lake Manyara, Serengeti, Ngorogoro Krater und Tarangire. Die Safari haben wir bei Easy Travel gebucht, die uns von Nina empfohlen wurde und die auch ich uneingeschränkt empfehlen kann! Am Ende zeige ich euch noch ein paar Eindrücke von unserem relaxten Abschluss auf Sansibar.

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Nun geht es los mit den ersten aufregenden Stunden unserer Tansania Safari, die eigentlich noch gar keine war, sondern ein Spaziergang durch ein Dorf, das ein eigenes Tourismusprojekt initiiert hat, um Besuchern ihre Kultur und Lebensweise näher zu bringen. Easy Travel ist bemüht genau solche Projekte zu unterstützen und achtet darauf, dass Tourismusangebote auch den Einwohnern vor Ort zugute kommen, was mir sehr wichtig war bei der Auswahl der Agentur. Ein wirklich sehr engagierter und freundlicher Guide führte uns durch sein Dorf, in dem er geboren und aufgewachsen ist. Er kannte sich auch in Kräuterheilkunde aus, und als ich ihm von meinen Zahnschmerzen erzählte, griff er in einen Busch und gab mir die Milch einer kleinen Frucht zum Einreiben. Nur schlucken durfte ich sie nicht. Na dann, Mama sagt ja immer, ich solle auf die Natur vertrauen und es half tatsächlich!
Anfangs war die Umgebung noch gewöhnungsbedürftig, aber wir merkten schnell, dass uns alle sehr positiv und neugierig begegneten. Bei einer Schule stießen wir auf Kinder unterschiedlichen Alters, die dort offenbar auf Touristen warteten und spielten, da zufällig unterrichtsfrei war. Ich hatte extra Süßigkeiten für so einen Fall mitgenommen, die man gut und gerecht an Kinder verteilen kann, was ich aber dann dem Guide überließ, weil ich irgendwie ein ungutes Gefühl dabei hatte. Ich kann es schwer erklären, aber ich habe mich in der Rolle der inszenierten Geberin nicht wohl gefühlt. Die Kinder versammelten sich danach wie automatisch für ein Gruppenfoto und warteten darauf fotografiert zu werden. Einige liefen uns dann noch hinterher, die zu spät kamen und denen gaben wir dann noch unsere Müsliriegel, die von der Ältesten in der Runde unter allen gerecht aufgeteilt wurde. Sie haben sich so darüber gefreut, dass ich mich ärgerte, nicht noch mehr mitgenommen zu haben. Das nächste Mal würde ich etwas mehr Zeit einplanen und Schulmaterialien vor Ort kaufen und sie dann spenden. Das als kleiner Tipp für jene, die eine ähnliche Reise planen. Und noch etwas: Keine Süßigkeiten an Kinder am Straßenrand verschenken hat unser Guide gesagt. Es besteht die Gefahr, dass sie dann nicht mehr in die Schule gehen und stattdessen lieber betteln.

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Während unsers Spaziergangs kamen wir auch in Werkstätten der Künstler, die kunstvolle Holzfiguren schnitzen, Schmuck herstellen, Gemälde malen und andere Souvenirs. Wir haben uns recht viel Budget für Mitbringsel zurückgelegt, weil wir wussten, dass man damit nicht nur den Daheimgebliebenen eine Freude bereitet, sondern vor Ort Existenzen unterstützt. Das ist auch das ultimative Verkaufsargument von vielen Straßenverkäufern, die nicht ihre Produkte anpreisen, sondern mit „Support my shop“ oder „Support our community“ werben. Ein freundlicher Hinweis, dass man heute bereits etwas gekauft habe, reichte meist aus und es folgte in der Regel ein kurzes Gespräch, das mit herzlichem Lachen endet. Ich kann es mir nicht erklären warum, aber ich brauche im Ausland eine Aufwärmphase um auf fremde Menschen zuzugehen. Aber ich zwinge mich dazu, immer lockerer zu sein, weil bisher wurde ich meist belohnt. Was soll schon passieren? Unser Guide war sehr vorsichtig und gab uns immer zu verstehen, wann wir wirklich aufpassen sollten und bspw. die Autofenster und Türen verschließen müssen, wenn wir durch Gegenden fuhren, die nicht so sicher waren. Und ok, in Bangkok landeten wir nach einem freundlichen Gespräch mit einer Zufallsbekanntschaft bei einem Schneider und in Marokko in einem Teppichladen am Ende der Stadt. Aber auf den Bahamas gewöhnten wir uns ans per-Anhalter-fahren und erlebten so die Gastfreundlichkeit des Landes und auf Sansibar lernten wir faszinierende Menschen kennen, die sich nach einem besseren Leben sehnen und dafür so viel mehr arbeiten müssen, als wir hier in Österreich. Eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich, die noch deutliche wir, wenn man vor Ort war.

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Das Mittagessen war eines der leckersten Essen überhaupt auf der Reise! Wir wurden zu der Familie unseres Guides eingeladen, die auch für andere Besucher typische Gerichte aus Tanzania zubereitet hat. Und bei Mama schmeckt es nunmal am besten. Das Essen in Tanzania ist doch recht indisch, britisch aber auch deutsch geprägt. Jede Kolonialmacht hat seine Spuren in der Küche hinterlassen. Sehr dominant meiner Meinung nach sind jedoch die unterschiedlichen Currys und eine Polentaähnliche Speise namens Ugali, die es auch in anderen afrikanischen Ländern gibt.

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Zum Abschluss besuchten wir noch eine kleine, familiäre Bananenbier-Brauerei, wo das Bier doch zu recht abenteuerlichen hygienischen Verhältnissen gebraut wird. Wir wollten aber nicht so unhöflich sein und haben das frisch gebraute Bier aus einem riesigen Becher gekostet. Mein Geschmack wars leider nicht. Aber unser Guide war sehr stolz auf uns, dass wir, und vor Jahren noch ein anderes französisches Pärchen, die einzigen seiner Touris waren, die sowohl das Bier gekostet hatten, als auch seiner Kräuterheilkunde vertrauten. Tja so sind wir, entweder mutig oder naiv. Oder doch aufgeschlossener als gedacht.Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎ Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎ Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎ Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎ Tansania Safari, Teil 1 | Fanfarella | http://www.fanfarella.at/tansania-safari-teil-1/ ‎

6 Responses
  • Natalie
    Januar 6, 2016

    Wunderschön!
    Tolle Bilder und ein toller Bericht, ich freue mich schon auf weitere Posts 🙂

  • Verena
    Januar 7, 2016

    Tolle Bilder!
    Welche Tour hattet ihr gebucht? Basic, Comfort oder Comfort Plus? Und für welche Safari hattet ihr euch entschieden?
    Danke 🙂

    • Fanfarella
      Januar 8, 2016

      Wir haben uns eine individuell zusammenstellen lassen, basierend auf unserem Budget und was wir alles sehen wollten. Würde sagen, wir hatten die goldene Mitte und das hat uns sehr gut gefallen 🙂

  • Sonja
    Januar 20, 2016

    Ganz wundervolle Einblicke! Bei mir wird es auch später mal eine Entdeckungshochzeitsreise anstatt nur Relax-Urlaub sein 🙂

    Liebe Grüße,
    Sonja von http://www.jointhesunnyside.de

  • Moni
    April 15, 2016

    Danke für diese wunderschönen Eindrücke! Ich bin ein großer Afrikafan, war aber „erst“ in Südafrika. Lg, Moni

  • Katharina Jehl
    August 26, 2016

    Vielen Dank für die schönen Bilder und den tollen Bericht. Ich wollte letztes Jahr in den Libanon und Syrien reisen, aber die aktuelle Lage hat mir da wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin gerade in der Sonne am europäischen Mittelmeer und suche noch ein Ziel wie deines.

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