Einen großen und bis zum letzten Zentimeter der Kleiderstange gefüllten Schrank zu besitzen, ist ein Traum vieler von uns. Also pilgern wir regelmäßig in die Shoppingtempel dieser Konsumwelt und kaufen ein Blüschen, ein Kleidchen und ein Röckchen nach dem anderen. Doch nachdem man sie in seinen Kleiderschrank gehängt, getragen und auf einen der getragenen Kleiderhaufen geworfen hat, müssen diese natürlich auch noch irgendwie, wie durch Zauberhand im besten Fall, zurück in den Schrank.
Hier gelangen wir an einen Diskussionspunkt einiger Pärchchen: Wer wäscht, hängt auf, bügelt und schlichtet wieder ein? Wer will und es sich leisten kann, beschäftigt dafür Personen, die das richtig gut können und dafür auch bezahlt werden. Wer sich diesen Luxus nicht leisten kann oder will, kommt also selten darum herum, diese To-Dos als Wetteinsätze zu verwenden. „Ich wette mit dir um 5 gebügelte Hemden, dass ich recht habe und der Burger King links und nicht rechts von der Straße ist“, oder „Wenn du dich traust unsere Nachbarn zu fragen, ob sie es sind, die wochenends immer Marihuana rauchen, dann hänge ich die nasse Wäsche auf“, oder „Wenn du jetzt um Mitternacht mit dem Hund runtergehst, dann sortiere ich die Schmutzwäsche und gebe sie in die Maschine.“
Es soll ja noch Familien und Pärchen geben, in denen es von ganz alleine klar ist, dass Frau die Wäsche macht. Sogar dass Frau die Wäsche vom gesamten Sportverein des Mannes erledigt. Und zwar vollkommen selbstverständlich, als wäre sie mit dem Wissen über die Bedienung von Waschmaschine, Trockner und Bügeleisen auf die Welt gekommen. Wenn’s ihr besonderen Spaß bereitet, bitte gerne, sie soll sich bei mir melden. Ich habe ganz viel Schmutzwäsche für sie, will ja keine Spaßverderberin sein.
In unserem Pärchenhaushalt herrscht Gleichberechtigung wenn es um die dreckige Wäsche geht. Und das ist so selbstverständlich, dass es noch niemand von uns in Frage gestellt hat. Wer Zeit hat, machts. Und wer eine Wette verloren hat, muss. Bis zu einem Punkt, nämlich, als mein Freund mit seinen Freunden über Hausarbeiten sprach und mir berichtete, dass die Frauen seiner Freunde, die gesamte Wäsche erledigen, wie selbstverständlich. Ich sah ihn herausfordernd an und wartete. Wartete darauf, dass er nun von mir ein goldenes Sternchen einfordert, nur weil er unsere Wäsche manchmal wäscht und seine Hemden selbst bügelt. Nichts von dem kam. Stattdessen erzählte er weiter: „Und dann habe ich erzählt, dass ich das alles selbst mache und oft genug auch von dir die Sachen mitwasche, und dass wenn ich von dir fordern würde meine Wäsche zu machen, du mich auslachen würdest.“ Guter Mann. Wenn ich ein Sternchen hätte, wäre es seins.
Diese und mehrere Kolumnen von mir findet ihr unter “Hello Monday” auf Styleranking!
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