Ihr kennt ja diese Blogposts, die eigentlich nur dazu dienen, einen über einen ideenlosen Tag hinwegzutragen. Da bloggt man dann über irgendein Vogue-Editorial, macht ein Foto von seinem Fensterausblick und vergewaltigt es mit 27 Filtern. Oder man zeigt, was man so in seiner Tasche mit sich rumschleppt. Letzteres finde ich gar nicht mal so uninteressant und ich frage mich jedes Mal aufs Neue, ob man vom Tascheninhalt auf die Person schließen kann und ob hier nicht doch ein bisschen geschummelt wird.
Wenn ich euch zeigen würde, was so in meiner Tasche kreucht und fleucht, wäre das genauso stilvoll wie Bud Spencer beim Wasserballett. Dann doch lieber den Kühlschrankinhalt. Der macht zumindest glücklich, nach der Anzahl der Schokopuddings zu schließen. Oder mein Kleiderschrank, der ziemlich ordentlich ist und daher so gar nicht zu mir passt. Auch gut wäre der Inhalt meines ehemaligen Autos gewesen, der wohl ausgereicht hätte meinen fahrbaren Untersatz als legitimen Wohnort anzumelden. Aber was in meiner Tasche ist, hat wenig Gemeinsamkeiten mit dem meiner BloggerkollegInnen.
Also sehen wir uns mal den Inhalt aus meiner Tasche an – ganz frisch von heute morgen

Und, Gemeinsamkeiten von Bud Spencer und Wasserballett gefunden? Denn DAS ist die Realität! Vollkommen unverblümt und kopfüber aus der Tasche gekippt. Nein, ich trage keinen halben Kosmetiksalon mit mir rum, nichtmal obligatorische Taschentücher oder einen Lippenbalsam findet man bei mir. Parfüm oder Deo bleiben ebenfalls immer daheim liegen. Und ich schwöre, ich rieche trotzdem nicht wie ein Klo. Einzig ein Lipgloss, welches ich aus meiner Studienzeit noch bei mir rumtrage und einen Lippenstift, den eine Freundin bei mir mal hat liegen lassen und seither immer noch bei mir liegt, waren überraschenderweise in der Tasche. Ich habe auch kein Buch bei mir, welches ich aus meinem mit Weltliteratur reich bestückten Bücherregal herausgefischt habe, nicht mal ein Notizbuch war in meiner Tasche.
Eine Menge Münzen, die nicht gezwungenermaßen alle Euros sind, kugeln soundso immer in allen Taschen bei mir herum. Das überrascht mich wenig. Souvenierchips von Las Vegas warten noch auf neue Besitzer, die mir über den Weg laufen und fragen könnten, ob ich ihnen denn was von USA mitgenommen hätte („Aber klar doch, schau, ein Las Vegas Chip!“). Und jetzt wisst ihr auch welche Pille ich nehme und dass ich immer Parkemed bei mir rumtrage. Augentropfen, Handcreme oder Desinfektionstücher und anderes nützliches Zeugs gibt’s bei mir nicht. Ich improvisiere – frage also meine Freundinnen danach wenn notwendig. Leine, kleine Kauknochen und Sackerl fürs Gackerl müssen dabei sein, der ganze Dreck darin eigentlich nicht.
Sehe ich mir dann den Inhalt von Bloggertaschen wie von meiner lieben Kollegin Sarah an, komme ich leicht ins Grübeln: Bin ich einfach total unorganisiert, liebe ich das Chaos, zolle ich meiner Tasche zuwenig Respekt, indem ich jeden erdenklichen Müll reinwerfe? Oder verheimlichen uns ein paar Taschen eine dunkle, unordentliche und besonders dreckige Seite von sich? Ich tippe auf letzteres. Ich will kein Mini-Messie sein wenn man sagt: „Zeige mir deinen Tascheninhalt und ich sage dir, wer du bist.“
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