Mein Hochzeitsknigge: 10 Tipps für Brautjungfern

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Ich war bereits vier Mal Brautjungfer in meinem Leben, aber so richtig erkannt, was es bedeutet eine Brautjungfer zu sein, das habe ich erst bei den Hochzeiten von Sophie und Claudia. Und warum erst so spät? Weil es sich dabei 1. um langjährige Freundinnen handelte, die mir richtig am Herzen liegen, 2. ich persönlich die Bedeutung einer Hochzeit erst durch den richtigen Mann an meiner Seite verstehen konnte und 3. es mir schlicht und einfach niemand gesagt hat. Und das möchte ich nun gerne für jene tun, die vielleicht selbst zum ersten Mal Brautjungfer sind und weil ich es für die anderen zwei Bräute schade finde, dass ich da nicht mein Ganzes gegeben habe. Brautjungfer sein bedeutet nämlich nicht, einfach nur ein Kleid in einer bestimmten Farbe anzuziehen und den Gang zum Altar vor der Braut zu beschreiten. Nein, eigentlich bedeutet es viel mehr, denn in der Regel sind Brautjungfern die besten Freundinnen der Braut und trotzdem ist es nicht immer witzig Brautjungfer zu sein. Das als kleiner Spoiler. Also hütet euch davor, vorschnell Ja zur Brautjungfernschaft zu sagen, denn am Ende ist das alles so absolut gar nicht euer Ding.

Ganz ehrlich, ich habe die besten Brautjungfern, das weiß ich auch so schon, ganz ohne zu wissen, was überhaupt auf mich zukommt, denn sie sind meine besten Freundinnen. Und eines weiß ich definitiv: Sie sind mit Herz und Seele bei der Sache und das ist so wunderschön mitzubekommen, zu wissen, dass man so tolle Menschen um einen hat. Deshalb würde ich auch jeder Braut empfehlen, Brautjungfern zu haben, denn auch wenn sie natürlich soundso Freundinnen sind, ist es etwas anderes, wenn man sie zu Brautjungfern kürt und sie dadurch eine wichtige Rolle bekleiden. Was das für eine Rolle ist, was auf Brautjungfern in spe zukommt und was diese nach meiner persönlichen Erfahrung nach alles tun oder auch lieber nicht tun sollten, das verrate ich euch jetzt.

1. Freut euch!
Eine Freundin hat euch gefragt, ob ihr Brautjungfer sein wollt und ihr habt natürlich Ja gesagt. Was für ein schöner Freundschaftsbeweis und was für tolle Momente demnächst auf euch zukommen. Momente, die „normale“ Gäste nicht mitbekommen werden, aber ihr schon, weil ihr ganz nah am Geschehen dabei seid. Also freut euch. Ja das meine ich ernst, ihr dürft euch einfach mal freuen, dass ihr so wertgeschätzt werdet und dass die nächsten Wochen oder Monate ganz besonders aufregend, lustig und hoffentlich ganz toll werden, die eure Freundschaft noch stärker werden lassen.

2. Ein Kleid bringt dich nicht um
Hat man erstmal Ja zur Brautjungfernschaft – gibts dieses Wort eigentlich? – gesagt, so kommt einem sofort in den Sinn: Oh mein Gott, ich werde ein richtig hässliches Kleid tragen. Ganz bestimmt. Die einen resignieren irgendwann, die anderen werden zum Maniac auf der Suche nach allen Kleidern in einer bestimmten Farbe, um ja die Katastrophe abzuwenden. Ich bin übrigens letzteres. Aber: Es ist lediglich ein Kleid und nicht mehr. Es wird niemanden umbringen an einem Tag ein Kleid zu tragen, das einem nicht zu 100% gefällt. Und wenn es sich nicht um eine Bridezilla par excellence handelt, so wird es ihr sehr wichtig sein, dass ihr euch zumindest wohl fühlt. Mittlerweile ist es sowieso Trend geworden, dass die Braut lediglich einen Farbton oder Stil vorgibt und jeder kann sich sein Wunschkleid selbst besorgen, dass dann hoffentlich später auch nochmals zum Einsatz kommt.

3. Helft der Braut und der Trauzeugin
Brautjungfern sind sowas wie die Light-Version der Trauzeugin. Sie helfen und unterstützen die Braut, beruhigen diese wenn sie wieder einmal ihre Bridezilla-Attitude raushängen lässt, aber vor allem sind sie auch die zusätzlichen Hände der Trauzeugin, die sich im besten Fall ins Zeug legt für ihre Braut. Also unterstützt die Trauzeugin, wenn diese um Hilfe oder euren Input bittet.

4. Gebt Input und plant mit
Wenn es Brautjungferntreffen zwecks Planung des Polterabends oder der Hochzeit gibt, dann seid dabei! Bei zumindest einem und bringt euch da auch ein. Und falls es terminlich gar nicht klappt, so antwortet auf die Mails. Nur weil etwas nicht immer zu 100% nach eurer Nase läuft, heißt es nicht, dass ihr ab dann taubstumm sein müsst. Kompromisse finden lautet die Devise. Ihr ahnt schon, es ist nicht immer lustig. Insbesondere dann, wenn die Brautjungfern nicht aus einem gemeinsamen Freundeskreis kommen.

5. Übernehmt euch nicht mit den Kosten, aber seid nicht geizig
Das liebe Geld. Brautjungfer sein bedeutet, dass es teuer werden kann. Richtig teuer im schlimmsten Fall. Nicht immer übernimmt das Brautpaar die Kosten für das Brautjungfernkleid, dazu kommen dann noch die Accessoires, wie Schuhe und Schmuck, manche machen sogar einen Termin beim Friseur und Visagisten aus. Dazu kommen noch der Polterabend und eventuell anteilige Ausgaben für Gemeinschaftsgeschenke. Deshalb ganz wichtig: Entweder Augen zu, Geldbörse auf und durch. Ist ja für einen guten Zwecke quasi und bestenfalls heiratet die Freundin ja nur einmal. Oder: Ihr legt die Karten auf den Tisch und sagt klipp und klar, dass ihr nicht in der Lage seid, über ein gewisses Budget zu gehen. Das spart allen Nerven bei späteren Diskussionen und man kann von Anfang an sparsamer planen.

6. Bietet eure Talente der Braut an
Ihr seid Grafikdesignerin? Bietet der Braut an, ihre Einladungen zu gestalten. Oder seid ihr Restaurantfachfrau? Dann macht gemeinsam die Weinverkostung. Blogger? Vielleicht will das Brautpaar ja eine Hochzeitswebsite haben, die ihr ihnen schenken könntet. Mit einem Wort: Helft! Und zwar mit dem, was ihr richtig gut könnt und man euch vertrauen kann. Es bringt nicht viel, wenn ihr eine grauenvolle Handschrift habt, der Braut aber anbietet die Namenskärtchen zu schreiben. Das bringt die Braut nur in die ungute Lage, die Namenskärtchen vom Hund auffressen zu lassen.

7. Unterstützt bei DIY-Projekten
DIY Hochzeiten sind ja nichts Außergewöhnliches mehr heutzutage eigentlich, aber das bedeutet nicht, dass das Brautpaar wirklich alles selbst machen soll. Fragt nach, ob es Basteltage gibt, an denen ihr in kleinen Gruppen die Gastgeschenke oder Einladungskarten gemeinsam machen könnt. In der Gruppe geht es nicht nur schneller, sondern es macht auch deutlich mehr Spaß!

8. Seid Teil vom Organisationsteam
Habt am Tag der Hochzeit ein Auge auf die Organisation. Es gibt viel zu tun und nicht immer gibt es einen Wedding Planner, der sich um alles kümmert. Sei es generell beim Aufbau zu helfen, darauf zu achten, dass das Candy Buffet nie leer gefegt ist, alle zum Torte anschneiden um die Torte versammelt sind oder jeder Gast beim Gehen auch tatsächlich sein Gastgeschenk mitgenommen hat. Sucht euch etwas aus, auf das ihr achtet und ihr geht mit einem guten Gefühl nach Hause, euren Teil zum Gelingen der Hochzeit beigetragen zu haben. Und wartet nicht darauf, dass euch das Brautpaar darum bittet, sondern bietet es von selbst an. Ewig währende Dankbarkeit ist der Lohn und helfende Hände, wenn ihr mal heiratet.

9. Überrascht das Brautpaar
Überlegt euch gemeinsam mit der Trauzeugin etwas Besonderes für die Hochzeit als Überraschung. Sei es ein Spiel oder eine Tanzeinlage oder etwas, das sich das Brautpaar wünscht, es aber nicht selbst organisieren kann. Solche Einlagen und Aktionen bleiben für immer in Erinnerung.

10. Seid tolerant und bleibt gelassen 
Das ist wohl der wichtigste Tipp von allen, denn eine Gruppe an Brautjungfern besteht oft aus Freundinnen, die sich vielleicht noch gar nicht kennen untereinander, weil sie aus unterschiedlichen Freundeskreisen oder Lebensabschnitten der Braut stammen. Da kann schnell mal unterschwellig herumgezickt werden. Manchmal auch nicht unterschwellig. Dann daran denken, dass auch wenn ihr alle unterschiedliche Charaktere seid, so habt ihr eines gemeinsam: Die Freundschaft zu der Braut. Und somit kann der Gegenüber gar nicht so schlimm sein.

Es gibt natürlich auch Bräute, die tatsächlich nur Brautjungfern für ein hübsches Foto haben wollen, und fertig. Oder die partout nicht wollen, dass ihre Freundinnen auch nur einen Finger extra rühren müssen, damit sie die Hochzeit genauso wie normale Gäste erleben können, wobei ich persönlich mich dann des Momentes beraubt fühlen würde, meiner Freundin zu helfen. Und es gibt auch Hochzeiten, wo Brautjungfern vieles von diesen Punkte gar nicht machen brauchen, weil es dafür Dienstleister gibt. Jede Hochzeit ist anders, also redet vorab offen und ehrlich mit der Braut, was sie sich von ihren Brautjungfern wünschen würde. Oft ergibt sich das soundso von selbst, aber ein ehrliches Gespräch klärt die Erwartungen. Abgesehen davon: Hilfe anzubieten, das hat noch niemandem geschadet.

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14 Responses
  • Modelirium
    Juni 11, 2015

    obwohl bei mir das mit dem heiraten noch laaaange dauert, lese ich deine kolumnen irrsinnig gerne 🙂

  • Tanja
    Juni 11, 2015

    Sehr tolle Guide, ich hoffe irgendwann selbst mal Brautjungfer sein zu dürfen 😀

  • Marjorie
    Juni 11, 2015

    Oh yes, wieder einmal ein absolut gelungener Beitrag! Als angehende Braut kann ich im Moment gar nicht genug Lesestoff bekommen …

    Merci und Dankeschön für deine schönen Worte <3
    Glg Marjorie

  • linda_am_berg
    Juni 12, 2015

    Und am Ende des Tages zählt vor allem: Man selbst sein und dazu stehen:) Das bringt am meisten Erfolg, Lebensqualität und soziale Resonanz!

  • Carrie
    Juni 12, 2015

    haha toller Bericht

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  • Die Mami
    Juni 13, 2015

    Hallo Mausi. Gefällt mir wieder sehr gut dein Bericht , nur … Was? Wenn die Braut auch einen männlichen Trauzeugen hat?

  • lisaf
    Juni 15, 2015

    Ist das nicht eigentlich ein rein amerikanischer/englischer Brauch? Ich finde das Wort auch wegen der „Jungfer“ furchtbar…

  • Ursula
    Juni 16, 2015

    Ich wußte gar nicht, daß es in Österreich auch diesen Brauch/Tradition mit Brautjungfern gibt. 🙂 In meinem Freundeskreis gibt es immer nur die Trauzeugen, die dann quasi die „Oberorganisatoren“ sind und der gesamte engere Freundeskreis hilft fleißig mit bei Polterabend, Geschenk und was es sonst noch alles zu tun gibt.

  • motte
    Juni 21, 2015

    super Tipps! Jetzt muss ich nur noch Brautjungfer werden 🙂 Hochzeiten sind sowas Schönes, werden leider nur so selten…

  • Kitti
    Juni 21, 2015

    Tolle Tipps! Schade, dass ich schon meine Hochzeit gehabt habe 😀
    LG, Kitti

  • Caterina
    September 4, 2015

    Danke für die tollen Tipps. Meine beste Freundin heiratet nächstes Jahr und ich bin nun zum ersten Mal Brautjungfer.
    Bin gespannt was alles auf mich und uns zukommt.

    LG Caterina
    http://www.caterinasblog.com

  • leun16
    Dezember 27, 2015

    Günstige Eheringe und schöner Schmuck für eine Hochzeit kann man fast nur mehr online finden. Schade ist, dass oftmals kein schöner Schmuck mit Diamanten gefunden werden kann. Ist erstmals ein schöner Ring gefunden worden, dann muss man noch die richtige Ringgröße ermitteln lassen.

  • Andrea
    Januar 26, 2016

    Im österreichischen Salzkammergut heißen die Brautjungern „Kranzlbräute“. War persönlich bereits 5xKranzlbraut und 1xTrauzeugin. Viel Arbeit aber auch sehr viel Spaß und eine Ehre. Bei hatt man als Kranzlbraut einiges mehr an „Aufgaben“ als die amerikanische Version.

  • Bess
    September 13, 2016

    You can find Cap Sleeve White Satin Minel Dresses on http://www.minel.com.au/minel-1650294.html

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