I’m a Barbie Girl in a Barbie World


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Die meisten Mädels unter euch werden wohl die ein oder andere Barbie besessen haben (oder besitzen sie immer noch). Ja klar, Lego und Matchbox-Autos hatten wir auch, aber im Kindergarten waren jene Mädchen die Heros, die mindestens 10 Barbies hatten. Und wer das Barbie Traummobil hatte, ein Barbiehaus in Kleinmädchen-Lebensgröße und mehr als 10 zusammenpassende Paar Schuhe, die hat man schnell mal mitspielen lassen in der „Mutter-Vater-Kind-Ecke“.

Ich war eine von diesen Mädchen. Ich hatte das Barbie-Traummobil und das Barbie Cabrio und den Ponyhof und ein Barbiehaus mit elektrischen Lichtern und sogar echtem Teppichboden! Ich hegte und pflegte meine Puppensammlung und passte penibelst darauf auf, dass sie nicht verdreckten oder ich gar einen Ohrring meiner Butterfly-Prinzessinnen-Barbie verliere. Und genau deshalb spielte ich am liebsten alleine damit. Hört sich sehr nach Einzelkind an, bin ich aber nicht. Denn sobald eine Freundin meine Heiligtümer andapschte, hatte ich Angst um meine Puppen. Ich war eben nicht eine von diesen Mädchen, die ihren Puppen die Haare raspelkurz abschnitten, sie mit Filzstiften anmalten oder gar den Kopf abrissen. In meiner Fantasie wurden alle meine Spielsachen – allen voran meine Puppen-– in der Nacht lebendig und schmissen eine Megaparty. Und da mussten natürlich meine Barbies perfekt herausgeputzt sein und nicht verunstaltet.

Warum erzähle ich euch das? Ich frage mich, ob mein Barbiespielverhalten von damals schon Rückschlüsse auf meinen Teamspirit, meine Arbeitsmoral, Sachen teilen und meine Angst vor dem Friseur zulassen. Immerhin sind Barbies quasi die Währung gewesen für vieles damals. Ich habe meine Barbies nie eingetauscht. Ich hatte sogar eine Barbie, die nur für Gäste zum Spielen war! Mit Teamarbeiten habe ich so meine Probleme – ich gebe es zu. Insbesondere wenn ich der Meinung bin, dass ich es am besten kann von allen. Wie sieht es aus mit dem Willen, etwas zu verleihen? Was damals die Barbie, ist für mich heute das Notebook, und das wurde nur einmal äußerst widerwillig verliehen. Was, wenn doch etwas passiert, wenn ich es superplötzlich, superdringend superbrauche? Und wie sieht es aus mit dem Friseur? Die Haare meiner Puppen waren mir heilig, die schönsten Frisuren haben sie von mir verpasst bekommen. Genau wie ich von meiner Mama damals. Experimente mit meinen Haaren sind absolute Fehlanzeige! Eskapaden wie Dreadlocks, Rastazöpfe, Glatze, Regenbogenfarben-Färbeunfall, Stinktierfrisur oder Staubwedelschnitt, das habe ich alles ausgelassen und stattdessen auf lange Haare gesetzt.

Und was sagt das Barbiespielverhalten über jene aus, die den Barbies die Gliedmaßen abgerissen haben, sie mit Filzstiften beschmiert und die Haare mit Mamas Nagelhautschere Stopfelfrisurkurz geschnippelt haben? Diese dann vielleicht noch zum Schlammcatchen in die Sandkiste mitgenommen und als Opfer beim Monster-Truck-Springen verwendet haben? Aus heutiger Sicht klingt das alles viel spannender eigentlich…

Diese und mehrere Kolumnen von mir findet ihr unter “Hello Monday” auf Styleranking!



6 Comments on I’m a Barbie Girl in a Barbie World

  1. kathmo
    27. August 2012 at 14:34 (2 years ago)

    mein rattler hat der barbie den fuß abgebissen, als ich nicht da war. das war das ende der era. ich war 12.. was sagt das über sein verhalten aus?

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  2. Vicky
    27. August 2012 at 22:51 (2 years ago)

    Ich habe meine Barbies auch geliebt. Sie liegen gerade am Dachboden und warten dort oben topgestylt auf die nächste Party ;)

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  3. Tami
    28. August 2012 at 21:33 (2 years ago)

    DANKE! Ich dachte wirklich, ich sei eine der wenigen, die so einen Barbie-Wahn hatte ;) Meine Freundinen mussten ihre Barbies immer selbst mitbringen, im Notfall durften sie aber mit Ken spielen. Ich hatte gefühlte 100 Barbies. Jede hatte immer genau ein bestimmtes Kleid an, damit da ja nix kaputt geht beim Umziehen. Haare schneiden war sowieso tabu, genauso wie anmalen oder sonstiges. Ich dachte zwar auch, dass all meine Puppen nachts zum Leben erwachen, allerdings mehr im Stil von Chucky…

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  4. Jana
    30. August 2012 at 13:55 (2 years ago)

    Super geschrieben :D :D

    Ich war eine von denen die Ihre Barbies gequält hat mit Haare abschneiden u.s.w. und Glatze, Staubwedelfrisur und Färebunfälle alles bei mir vorgekommen ;) und nun Rastazöpfe….lol.

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  5. lucy
    1. September 2012 at 20:48 (2 years ago)

    Das Problem ist, dass Barbies als Spielzeug nicht die Kreativität fördern, sie regen (meist) nicht die Phantasie an, sie fördern weder räumliches Denken noch strategisches Denken. Sie werden nicht geteilt. Man kauft das idealisierte Püppchen. Schaut es an, zieht es schön an, stylt es, besitzt es. Und es geht darum, immer mehr zu besitzen: das Traumhaus, das Pferd, das Auto, mehr Outfits: mehr Barbie-Besitz, mehr Status. Das fördert Materialismus, Konsum-Wahn und Status-Denken, wäre meine Vermutung…

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  6. Michele
    8. September 2012 at 13:12 (2 years ago)

    Gigantischer Artikel! The best!!! :D

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