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Fashion Blogger Day – Unterm Strich

Lang ersehnt und endlich da! Der gestrige Fashion Blogger Day brachte zusammen, was zusammengehört, eine Auswahl an den Größen der internationalen Fashionblogger-Szene und die nachstrebenden jungen Wilden. Es gab viel zu sehen, viel zu lernen und viel zu denken: Eine Zusammenfassung der Höhepunkte, der interessantesten Zitate und hilfreichsten Infos inklusive Impressionen


Susie Bubble/http://www.stylebubble.typepad.com/; Panos Destanis/http://www.modabot.de/; Diane Pernet/http://www.ashadedviewonfashion.com/; Imran Amed/http://www.businessoffashion.com/; Julia Knolle/http://www.lesmads.de/; Moderator: Joachim Bessing

Unterm Strich, war es eine Diskussion über die Leidenschaft zur Mode. Für Außenstehende unverständlich sich vor einem “Bildschirm mit seiner Tastatur still und unbezahlt zu beschäftigen” (Moderator Joachim Bessing), für Fashionblogger ist sie Antriebskraft dafür, Herz, Zeit und Geld in einen Blog zu investieren.

Susanna Lau alias Susie Bubblehttp://www.stylebubble.typepad.com/
Die süsse Susie bloggt nur über Dinge die sie kennt und ihr persönlich gefallen. Wundert mich gar nicht, so authentisch und liebenswürdig erlebe ich selten eine fremde Person. Zwar wird sie von großen und kleinen Marken gesponsort, aber in den Blog kommt trotzdem nur das, was ihr wirklich gefällt. So kann schon mal passieren, dass ein Teil von Topshop am nächsten Tag ausverkauft ist, nur weil sie es gepostet hat. Bei 15.000 Besuchern pro Tag kein Wunder. Posts über große Designer findet man auf ihrem Blog nicht, sie unterstützt viel lieber noch weniger bekannte Jungdesigner – außer die Belohnung eines Dankschön-Anrufes bekommt sie nichts, wovon sie ihre Miete zahlen könnte. Würde sie auch nicht haben wollen. Stylebubble ist ein Hobby und soll auch eines bleiben, damit die Leidenschaft nicht verloren geht und nicht durch Verpflichtung ersetzt wird. Das Wissen, dass sie mit ihrem Blog Designern erfolgreich zu mehr Aufmerksamkeit verhilft ist ihr Entlohnung genug.
Für die Männerwelt: Woran erkennt ihr, dass Susie Single ist? Dass sie wieder Spiegelbildfotos macht!

Panos Destanishttp://www.modabot.de/
Eigentlich ist Modabot gar kein Blog, leitete Panos Destanis ein. Aha. Begründung: Ein Blog ist von einer privaten Person, subjektiv geschrieben und berichtet über interessante und relevante Themen. Modabot ist aber ein Unternehmen, versucht so objektiv wie möglich über interessante, relevante UND notwendige Themen zu berichten. Bin aber der Meinung, dass auch Blogs über notwendige Themen berichten und außerdem, was ist schon notwendig? Als notwendig findet Destanis, dass nicht nur über Mode selbst berichtet wird, sondern auch um das Drumherum, also auch über Modejournalisten und -blogger. Toll: Modabot war der erste unabhängige Produzent von Fashionshow-Videos!
Wollt ihr wissen, auf welcher Erfolgsstufe ihr euch mit euren Blogs befindet? Destanis kennt 3 Stufen: 1. Einladungen zu Shows, Shoots, Meetings, Openings; 2. Gegenstände geschenkt bekommen; 3. Geld verdienen. Apropos Geld, das verdient er mit dem Nicht-Blog nicht. Er dürfte aber nicht am Hungertuch nagen, denn er bezeichnet sich als Herausgeber, New Media Consultant und ist Vortragender für Mode und Design am AMD.

Diane Pernethttp://www.ashadedviewonfashion.com/
Eine Erscheinung, die sich dieser natürlich bewusst ist. Ganz in schwarz, mit Turmfrisur, Schleier und natürlich Sonnenbrille, die sie nur anfangs kurz abnahm. Diese waren übrigens schon immer da, also schon vor Entstehen ihres Blogs. Zwischen gelangweiltem Schönaussehen, Flüstereien mit Susie Bubble und x-maligen Austritten, spricht die Grand Dame mich rauchiger Stimme über ihren Weg von der Designerin zu DER Fashion-Bloggerin. 13 Jahre lang war sie Designerin, dann zog sie nach Paris, arbeitete für Elle.com und Vogue.com als Kolumnistin. Der Blog ist für sie eine Möglichkeit unabhängig berichten zu können, bei großen Verlagen ist man immer von Anzeigenkunden abhängig und darf diese nicht vergraulen. Momenten ist sie Talent-Scout, schreibt für das ZOO Magazine und unterstützt The White Club in Mailand als Consultant. “My interest is the world”, sagt sie und reist von einem Ende der Welt zum anderen. Arbeit ist das für sie nicht, denn “everything I do is, because I love it. It’s not work!” Das möchte ich auch einmal sagen können.

Imran Amedhttp://www.blogger.com/www.businessoffashion.com
Was ihm an Körpergröße fehlt, macht er mit seinen Sprachbildern wieder wett. Klein, schmal aber oho! Imran hat bei mir den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen und die Notizen sind unnötig, habe mir alles gemerkt. Ein Harvard-Absolvent und ehemaliger McKinsey-Consultant startet einen Fashionblog, nicht aus der Konsumentenperspektive, sondern aus der der Modeindustrie. CEOs großer Marken lesen den Blog täglich, das zeigt ihm, dass nicht nur Traffic zählt, sondern WER den Blog liest. Das bestätigt ihm in seiner Arbeit. Und macht weiter mit seinem “Project of Passion”, denn Geld verdient er damit nicht. Aber er ist davon überzeugt, dass man mit bloggen Geld verdienen könne und auch abseits der Blogersphäre nur gewinnen kann. Ein guter Blog kann nämlich den Lebenslauf bereichern. Und was ist ein guter Blog Herr Amed? “Er muss eine subjektive Note haben und gut recherchiert sein. Posts müssen faktengestützt und mehrmals gecheckt sein. Denn das einzige was der Blogger von seinen Besuchern bekommt ist Vertrauen und das darf nicht missbraucht werden.”

Julia Knollehttp://www.lesmads.de/
Es waren einmal zwei Mädchen, Julia und Jessie, die trafen sich in einem Sushi-Lokal und entschlossen Les Mads zu gründen. So begann die Erfolgsstory und nun jetten sie bereits bis nach Australien zur Fashion Week, werden fürs Bloggen bezahlt und haben 200.000 Besucher pro Monat! Ungefähr sechs Post pro Tag gibt es zu lesen, die persönliche Note darf natürlich nicht fehlen, obwohl ein Teil des Burda Medien Koloss und der Vorwurf der Abhängigkeit von Anzeigenkunden im Raum stehen. Das kümmert die beiden Fashion-Journalistinnen nicht, sie fühlen sich nicht eingeschränkt. Ja, Fashion-Journalistinnen, dass sie das sind, kam ihnen erst sehr spät, aber das steht zumindestens im Arbeitsvertrag. Und wie kommt man an so einen Job? “Bestenfalls hat man einen eigenen Fashion-Blog und idealerweise gefällt der/dem ChefredakteurIn die Schreibe.”
Besonders freut es sie, wenn Mädchen einen Blog starten, weil sie sehen, dass Les Mads funktioniert.


The audience und Anna Frost und Kathrynsky

Susie Bubble mit Diane Pernet und das Dandy-Schuhwerk von Organisator Stefan Urschler (s/w) von stylishkidsinriot und Imran Amed (braun-weiß)

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