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Fanfarella stalken für Dummies

Wenn ich einen Mann kennenlerne, wird der ohne Umwege gegoogelt. Manchmal noch in seinem Beisein. Aber das checkt er dann nicht. Hoffe ich jedenfalls. Manchmal benötige ich nicht einmal den Nachnamen, ein Hobby und der ungefähre Wohnort reichen meist aus, aber den absoluten Fund habe ich noch nicht gehabt. Steh ein bisschen auf Grenzerfahrung. Na schade. Keine Internetseiten von der Ex über den untreuen Mistkerl, keine peinlichen You-Tube Videos vom Ibiza-Urlaub, kein öffentliches Fotoalbum des letzten Geburtstag-Blackouts und leider auch keine Nacktfotos.

Das liegt wohl daran, dass die meisten Männer die ich kennenlerne nicht so, ähm, tja, hmmmm,… nennen wir es ”internetaffin” sind wie ich. Gibt der potentielle Stalker meinen vollständigen Namen in Google ein, dann hat er auf der ersten Seite eigentlich alles, was er braucht um mir die Hosen runterzuziehen. Also im bildlichen Sinne. Er wird dann schnell auf diverse Gastbeiträge und Interviews zu The Blogettes stoßen und natürlich auf meinen Blog. Von hier entdeckt er dann die weitgefächerte Welt meiner absolut realen virtuellen Identität und er wird erkennen, dass er meine “Internetaffinität” lieben lernen müsste. So wie es meine Freunde immer noch versuchen.

Mein Twitter-Account ist ein heißer Tipp für jene, denen wirklich langweilig ist und meinen, mein Leben sei aufregender. Dort gibt es übrigens auch öfters Outfitpics. Alle in einem geheimnisvollen Lift geschossen. Wo der wohl sein mag? Auf Img.ly sind alle Fotos gesammelt, die ich so im Vorbeigehen schieße: wenn ich Party mache, wenn ich date, wenn ich in der Sonne liege, wenn ich Schuhe kaufe, wenn ich in der Zeitung bin oder einfach nur schlafe (ok, ich also wirklichen schlafen tu ich nicht, ich hab ja das Foto machen müssen)… Seit neuestem bin ich auch auf Foursquare zu finden, also wer wissen möchte, wann ich nicht zu Hause bin und meint meinen antiken Röhrenfernsehen stehlen oder an meinen Unterhöschen schnuppern zu müssen, tja, dann added mich dort einfach.  Ich bin übrigens auf Jobsuche. Wer mir also einen Stelle anbieten möchte, darf sich gerne auf meinem Xing-Profil nach meinen unfassbar tollen, außergewöhnlichen, einmaligen, sensationellen und eigentlich nicht in Wort zu fassenden Qualifikationen erkundigen! Ja und dann gibt es da noch Facebook. Mein Blog hat da natürlich auch eine Seite, und ich selbst auch. Fotogalerien des Geburtstag-Blackouts inbegriffen. Und nein, mein Hund ist nicht auf Facebook. Auf YouTube kann man übrigens die Beginne meines Blogs sich ansehen. Als ich noch die Zeit hatte Gewinnspiele und so zu machen und das via Video ausloste, oder wie ich meinen Christbaum entsorge. In letzter Zeit zwar seltener geworden, aber bald wieder kommend sind die Livestreams die ich gemacht habe und auf Qik abrufbar sind. Ach ja, und ein bisschen Delicious mach ich auch, aber nur für die Uni. Spätestens jetzt sollten eigentlich kaum Fragen offen bleiben und genügend Suchbegriffe für Google vorhanden sein. Wer aber so ganz spezielle Fragen hat, die selbst Google nicht beantworten kann, der gehe auf meine Formspring-Seite. Wie ich meinen Cafe trinke, wann ich aufstehe und schlafen gehe, wie man den Google Friendsconnct Code einbindet, was ich untertags so esse und ob mein Hund im Bett schlafen darf, das wird alles beantwortet. So wirklich wichtige Fragen eben. Aber als selbstdarstellungsorientiere Person beantworte ich so gut wie jede.

Tja, eigentlich müsste ich mit dem Mann dann gar nichts mehr reden. Jedenfalls nicht über mich. Er weiß ja dann eh schon alles. Aber einen Köder habe ich. Hoffe jedenfalls dass es ein Köder ist. Nacktfotos gibt es nämlich leeeeeeeeeeeider keine zu finden. Jedenfalls online nicht. Und wenn doch, dann will ich daran lukrativ beteiligt sein!

Edit: Irgendwie fühl ich mich grad ein bisschen gläsern. Zu Beginn war ich sehr auf Anonymität bedacht aber mit der Zeit wurde das immer unwichtiger.

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7 Responses to “Fanfarella stalken für Dummies”

  1. danke ;)

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  2. Sabina sagt:

    Meiner Meinung nach wird ein Blogger nach der Zeit auch einfach intimer und das muss auch nicht so schlecht sein. Natürlich ist es gefährlich und man wird evtl. gestalkt, man sollte also schon aufpassen mit Adressen o.ä. Aber da man nun mal seinen Blog betreibt wird man dabei wohl auch mal private Dinge verraten.
    Meine Posts haben mit der Zeit an Intimität abgelassen, doch natürlich kommen auch immer wieder privatere Posts :)

    Ich denke solang man nicht übertreibt ist alles im grünen Bereich.

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  3. Esra sagt:

    Lustig geschrieben, aber trotzdem ein bisschen erschreckend, finde ich…
    Naja, aber stalken kommt ja eher selten vor :-)
    Also ruhig Blut :-)

    LG
    Esra

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  4. Charly sagt:

    Ich mag deine Texte, heitern einen wirklich immer auf :)

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  5. annett sagt:

    hahaha das ist echt erschreckend, wenn man so bedenkt was man selbst im internet alles für sachen von einem preisgibt! Wenn andere das machen werden wir gleich suaer, aber in wahrheit erzählen wir doch der ganzen welt unser leben! Ich versuche gerade sachen, die ich nicht oft benutze zu löschen… braucht man ja nicht wirklich! Toll geschrieben, weiter so! ich leser gern!

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  6. Patricia sagt:

    Ich glaube, die meisten Stalker finden ihre Opfer immer noch im Real Life. Dann sollte man im Grunde gar nicht mehr die Nase zur Haustür rausstrecken. … ich gebe zu, ich google andere Leute ungemein gerne. Habe aber auch noch nichts wirklich diffamierendes gefunden.

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  7. Jannika sagt:

    Wow. Ist schon irgendwie krass, wie viel man von sich im Internet preisgibt (ich denke nur an meine eigenen Accounts). Man ist sich dessen gar nicht so recht bewusst…

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