Hello Monday! Wer will mit mir schlafen?

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Das bedeutet Krieg! Wer mir meine Decke stiehlt, der stiehlt mir meine Embriostellung. Und wer mir die stiehlt, der stiehlt mir meine Träume nach endlosen mit Schokobananebäumen gesäumten Punschkrapfenstraßen. So, oder so ähnlich könnte das Leiden meines Bettgenossen aka bessere Hälfte lauten. Also nicht meines. Denn der gemeine Bettdeckendiebstahl geht somit auf meine Kappe. Nacht für Nacht. Rücksichtslos, gedankenlos und wiederholt. Mit mir ist also nicht gut schlafen, wenn man Wert auf eine Bettdecke legt. Zum Glück zählen ja im Bett auch noch andere Werte, puh.

Wenn es darum geht genügend Platz in einem Bett zu haben, um seine unruhigen Träume auch motorisch ausführen zu können, so geht dieser Punkt ebenfalls an mich. Und an meinen Hund. Während ich im Laufe der Nacht immer schräger im Bett liege, sucht sich der Hund seinen Platz genau zwischen meinem Liebsten und mir. Das Ergebnis: Mein Hund hat es kuschelig warm, eingequetscht zwischen zwei Körpern und ich schlafe immer noch so, als wäre ich Single und hätte das ganze Bett für mich alleine. Klar, er könnte sich leicht beengt fühlen, andererseits kann er sich doch glücklich schätzen, dass ich seine Nähe suche. Ist also ein Ausdruck meiner Zuneigung zu ihm, weshalb ich mich an ihn kuschel. Oder ihn an den Abgrund des Bettrandes, hinab zum Bettvorleger, und hinüber auf die ursprünglich meinige Bettseite treibe.

Man könnte meinen, hier geht eindeutig einer als Sieger aus dem Krieg hervor und es gibt einen klaren Verlierer. Aber hier habt ihr die Rechnung ohne die Schlafengeh und Aufstehzeiten meines Bettgenossens gemacht. Dieser geht nämlich spät schlafen und steht früh auf. Als hätte er einen Kernreaktor irgendwo versteckt, der ihm heimlich Energie spendet, während ich mitten in der Tiefschlafphase stecke und anstelle von Schokobananenbaumalleen von Toffiffee-Rosenteichen träume. Und dann läutet der Kack-Wecker zwei Stunden bevor ich das erste Mal einen Gedanken ans Aufwachen verschwende. Einmal läutet er, zweimal läutet er, DREIMAL läutet er! Verdammt noch mal, kann jemand diesem Teufelsgerät den Gnadenschuß erteilen? Endlich steht er auf und ich darf noch ein bisschen dösen. Nicht bis mein Wecker läutet, sondern bis der Herr seine Straßenschuhe anzieht. Ungefähr 10 Minuten bevor er aus der Haustür geht und lautstark in der Wohnung auf und ab stapft. Zehn heilige Minuten!!! So hört sich also Rache an…

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I’m a Barbie Girl in a Barbie World


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Die meisten Mädels unter euch werden wohl die ein oder andere Barbie besessen haben (oder besitzen sie immer noch). Ja klar, Lego und Matchbox-Autos hatten wir auch, aber im Kindergarten waren jene Mädchen die Heros, die mindestens 10 Barbies hatten. Und wer das Barbie Traummobil hatte, ein Barbiehaus in Kleinmädchen-Lebensgröße und mehr als 10 zusammenpassende Paar Schuhe, die hat man schnell mal mitspielen lassen in der „Mutter-Vater-Kind-Ecke“.

Ich war eine von diesen Mädchen. Ich hatte das Barbie-Traummobil und das Barbie Cabrio und den Ponyhof und ein Barbiehaus mit elektrischen Lichtern und sogar echtem Teppichboden! Ich hegte und pflegte meine Puppensammlung und passte penibelst darauf auf, dass sie nicht verdreckten oder ich gar einen Ohrring meiner Butterfly-Prinzessinnen-Barbie verliere. Und genau deshalb spielte ich am liebsten alleine damit. Hört sich sehr nach Einzelkind an, bin ich aber nicht. Denn sobald eine Freundin meine Heiligtümer andapschte, hatte ich Angst um meine Puppen. Ich war eben nicht eine von diesen Mädchen, die ihren Puppen die Haare raspelkurz abschnitten, sie mit Filzstiften anmalten oder gar den Kopf abrissen. In meiner Fantasie wurden alle meine Spielsachen – allen voran meine Puppen-– in der Nacht lebendig und schmissen eine Megaparty. Und da mussten natürlich meine Barbies perfekt herausgeputzt sein und nicht verunstaltet.

Warum erzähle ich euch das? Ich frage mich, ob mein Barbiespielverhalten von damals schon Rückschlüsse auf meinen Teamspirit, meine Arbeitsmoral, Sachen teilen und meine Angst vor dem Friseur zulassen. Immerhin sind Barbies quasi die Währung gewesen für vieles damals. Ich habe meine Barbies nie eingetauscht. Ich hatte sogar eine Barbie, die nur für Gäste zum Spielen war! Mit Teamarbeiten habe ich so meine Probleme – ich gebe es zu. Insbesondere wenn ich der Meinung bin, dass ich es am besten kann von allen. Wie sieht es aus mit dem Willen, etwas zu verleihen? Was damals die Barbie, ist für mich heute das Notebook, und das wurde nur einmal äußerst widerwillig verliehen. Was, wenn doch etwas passiert, wenn ich es superplötzlich, superdringend superbrauche? Und wie sieht es aus mit dem Friseur? Die Haare meiner Puppen waren mir heilig, die schönsten Frisuren haben sie von mir verpasst bekommen. Genau wie ich von meiner Mama damals. Experimente mit meinen Haaren sind absolute Fehlanzeige! Eskapaden wie Dreadlocks, Rastazöpfe, Glatze, Regenbogenfarben-Färbeunfall, Stinktierfrisur oder Staubwedelschnitt, das habe ich alles ausgelassen und stattdessen auf lange Haare gesetzt.

Und was sagt das Barbiespielverhalten über jene aus, die den Barbies die Gliedmaßen abgerissen haben, sie mit Filzstiften beschmiert und die Haare mit Mamas Nagelhautschere Stopfelfrisurkurz geschnippelt haben? Diese dann vielleicht noch zum Schlammcatchen in die Sandkiste mitgenommen und als Opfer beim Monster-Truck-Springen verwendet haben? Aus heutiger Sicht klingt das alles viel spannender eigentlich…

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Das Frühstücks-Dilemma

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Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Das hat doch schon Mama gesagt. Also sollten wir diesem auch eigentlich entsprechend Zeit schenken und es, wenn möglich, zelebrieren. Aber wie sieht es in der Welt aus, in der ich lebe? Da gibt’s Joghurt mit Honig und Früchten in der Früh. Liest sich natürlich total lecker, weil gesund – und gesund ist ja soooo in gerade. Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, dann würde ich am liebsten jeden Tag so frühstücken, wie sonntags. Denn dann geht es meist auswärts zum Frühstücken.

Doch bis man zum tatsächlichen Sonntagsfrühstück kommt und es dann auch gebührend zelebrieren kann, braucht es Zeit. Man stellt sich den Wecker. Quasi schon als Einstimmung auf den Montag. Dann quält man sich aus dem Bett, um den 4 Tage im voraus reservierten Tisch auch ja pünktlich zu besetzen. Und dann erst mal unter die Dusche, damit man nicht wie aus dem Bett gefallen aussieht beim Frühstück. Und dann meldet sich viel zu früh der Hunger. Eigentlich würde ich ja an dieser Stelle die Kaffeemaschine anwerfen und mir zur Feier des Sonntags ein Croissant in den Backofen schieben. Das tu ich dann auch. Immerhin habe ich Hunger und muss mir noch ein casual Outfit raussuchen, das chic ist, aber nicht gezwungen aussieht. Ein Sonntagsoutfit eben, das gemütlich ist, aber nicht nach Couch-Potato aussieht. Und dann muss ich mich noch schminken. Nicht zu stark – es ist immerhin Sonntag – aber trotzdem ein bisschen, man bewegt sich ja in Gesellschaft. Frühstück ist also noch in langer Sicht, also her mit einem schnellen Croissant und einem Kapsel-Espresso.

Es ist 11:30 Uhr bis ich das Haus verlasse, auf dem Weg zum Frühstückslokal. Dort treffe ich mich mit einer Freundin. Die nicht pünktlich ist. Einen Latte Macchiato, ein Glas Orangensaft und ein paar verstaubte Schokodrops aus der Handtasche später, tanzt die Gute dann nicht minder frisch gestyled an und wir können bestellen. Und irgendwie, es ist mir ein Rätsel, bin ich plötzlich nicht mehr hungrig. Trotzdem wird groß bestellt, mit allem Firlefanz, den ich mir daheim nie zubereiten würde, aber ich bin jetzt geduscht, chic angezogen und geschminkt, sitze in netter Gesellschaft in einem Bobo-Lokal und dann bestelle ich eben mein „Earth“-Frühstück.

Und dann frühstückt man endlich. Also so richtig. Um 12:15 Uhr. Nachdem ich bereits gefrühstückt hatte. Und was gibt es? Joghurt mit Früchten, Honig und Müsli. Habe gerade ein Deja-vu…

Let’s Armparty

Als Instagram-Junkie fällt mir in letzter Zeit ein Motiv besonders auf: Armpartys! Wer noch immer nicht weiß, was eine Armparty ist, der hat entweder kein Instagram, liest keine Blogs oder war in den letzten Monaten auf Erkundungstour am Mond. Na gut

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, also eine Armparty sind in möglichst kreativer Coexistenz gemixte Armbänder an einem oder beiden Handgelenken die dort eine mega Party feiern, ganz gleich aus welchem Material, wie alt oder wie jung, wie bunt oder einfärbig. Hauptsache man sieht keinen Zentimeter Haut vom Handgelenk.

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Ich bin ja blutige Anfängerin. Nicht im Party machen eigentlich, aber bei Armpartys sehr wohl. Das liegt daran, dass ich alleine mit meiner Uhr schon ausreichend ausgestattet bin und Armbänder eigentlich nicht zu meinem Standardaccessoire gehört. Die klippern ständig. Bei Halspartys wäre ich ganz weit vorne mit dabei, von Statementketten hätte ich einige anzubieten. Aber Armbändchen – nö, irgendwie stören die mich beim Tippen, und ich arbeite nun mal recht viel am Computer. Müsste also ständig einen Striptease hinlegen und mir ein Schatzkästchen zwischen mein geordnetes Chaos auf meinem Schreibtisch platzieren. Wobei so ein Schatzkästchen wäre ja schon süß, mit Steinchen drauf und mit Samt ausgelegt und einem Schloss davor und… stopp Julia, darum geht’s hier nicht.

Mein Problem: Ich finde Armpartys sind so hübsch anzusehen und fühle mich wie jemand, der gerne zu der Party gehen würde, aber nicht das passende Outfit findet. Also zieh ich einfach das an, was ich habe und mache das Beste daraus. Instant Feedback von meinem Liebsten war hoch qualifiziert: „Ist das nicht ein bisschen too much?“. Er kennt sich nicht aus, oder? Das Ergebnis hat mir nämlich wirklich gut gefallen, und so wurde ich etwas übermütig. Habe es dann natürlich auf Instagram gepostet. Na gut, das Feedback war nicht so rasant positiv, wie erwartet. Jedes, mit 4 Fotofiltern vergewaltige, Sonnenuntergangfoto bekam mehr Likes. Aber egal, es war mein erster Versuch, mir gefiels und die Party ging ab.

Doch so schnell konnte niemand schauen, war das ganze Klimbim auch schon wieder herunter, als es nämlich daran ging diesen Text zu schreiben. Nein, also zum Tippen ist das ganz Zeugs wirklich nicht alltagstauglich. Dann vielleicht eine abgespeckte Variante das nächste Mal.

Sind Sackkleider sexy?

Kleid von COS, Kette von H&M

 

Manchmal ist weniger ja bekanntlich mehr. Also bei Lidschatten meiner Meinung nach, oder Plateauabsätzen und Kohlensäure im Cola. Aber oft genug ist mehr ja dann doch wirklich mehr. Bei der Schokoglasur des Schokokuchens, Nagellacken in allen unerdenklichen Rottönen und bei den Stoffbahnen von Sackkleidern, Oversized Shirts und Ballonröcken.

Ja, ich gestehen, ich liebe diese formlosen anziebaren Säcke – und das aus vielen Gründen. Abgesehen davon, dass man in Sackkleidern und Oversized Teilen so viel essen kann wie man will, kann man darunter ein wirklich ausladendes und gebährfreudiges Becken beherbergen, oder auch einen ganz wunderbaren sexy antrainierten Knackpo. Man wird es erst wissen, wenn die Hüllen fallen und natürlich ist bei jedem in formlosen Gewändern letzteres der Fall!

Und warum liebe ich diese Teile so sehr? Also abgesehen davon, dass sie immer passen. Ich liebe sie, nicht weil ich darin sexy aussehe, sondern weil ich es eben nicht tue. Als würde ich mich diesem Druck sexy aussehen zu müssen, den sich Frauen oft genug aussetzen, einfach entziehen. Und dann fühle ich mich richtig gut, so erhaben, so unabhängig, so stark und gar nicht unweiblich, sondern wie eine Powerwoman. Selbst in meinem Plissee-Maxikleid in mädchenhaften Nude. Eine mega Statement-Kette dazu und fertig.

Oft genug werden meine geliebten auch als Umstandsmode bezeichnet. So gemein. Aber auch irgendwie wahr. Oft genug wenn ich nämlich durch Online-Shops stöbere, lande ich bei der Schwangerschaftskleidung. Und dann ärgere ich mich, dass es das nicht auch für Nicht-Schwangere gibt. So eine Diskriminierung aber auch! Und dann kaufe ich XXL, nur damit es richtig schön hängt. Oder ich lande bei jedem Besuch in Deutschland wie ferngesteuert bei COS, der Brutstätte meiner aktuellen Lieblingskleider.

Mein Freund meint ja übrigens, dass ich vollkommen unrecht habe. Dass die Kleider sehr wohl sexy aussehen. Und zwar nicht, weil man die Kurven erkennen kann, sondern sie erahnt und er sich ständig fragt, ob ich wohl darunter ein Höschen trage oder nicht. Männer, tzz…

R.I.P. Jugend

Der Countdown hat leise begonnen und er zählt nach unten. 81 Tage sind es noch bis zu meinem unaussprechlichem Geburtstag und auch wenn ich den Anlass nicht so prickelnd finde, aber gefeiert wird trotzdem. Jeder Anlass wird dankbar angenommen um Hochprozentiges vernichten zu können.

81 Tage also noch, das bedeutet für mich, dass ich langsam mit der Planung beginnen muss. Na gut, die einen mögen meinen, dass das eine Spur zu früh sein könnte, aber man bedenke: Das ist womöglich der letzte Geburtstag, den ich so richtig feiern werde, also muss das schon etwas besonderes sein. Danach werden sich schon andere Anlässe finden, die es zu befeiern gilt: Das erste Mal einen Sitzplatz im Bus angeboten bekommen oder von der Kosmetikerin Alternativen zum Facelifting präsentiert zu bekommen.

Also mache ich mich auf die Suche nach einem Motto. Ich bin nunmal ein Fan von Mottopartys. Letztes Jahr feierte ich mit einer Riege Bloggerinnen meinen Prinzessinnengeburtstag mit Krönchen, Seifenblasen, Marshmallows und ganz viel Blingbling. Dieses Jahr gilt es noch ein passendes Motto zu finden. Die Google-Suche macht schnell klar, welches Motto wohl recht häufig gewählt wird für den Unaussprechlichen Jahrestag: Eine Trauerfeier für die Jugend. Quasi R.I.P. Jugend. Dresscode: Passend für eine Beerdigung, natürlich schwarz im Einheitslook. Musik: Alles was die 80er-Jahre-Kiste so hergibt. Verpflegung: Käseigel lässt grüßen.

Oder lieber doch etwas mehr Glamour? Eine Party, wie aus den 1930er Jahren mit Seidenkleidern, Wellenfrisuren und Lindy Hopp. In einer Bar aus den 30er, mit Champagnerpyramide und Art Deco Servietten. Ein Zahlenspiel als Motto – warum nicht. Und ich könnte mir ein neues Kleid kaufen. Dresscode: Bowties and Federboa. Musik: Let it swing. Verpflegung: Feuerzangenbowle olé.

Beste Inspirationsquelle ist für mich hier jeder Wedding Blog, der auch nur irgendwann eine Motto-Hochzeit veröffentlicht hat. Dabei gefunden habe ich auch eine Zirkus-Hochzeit. Also das Leben ist ein Zirkus, lass mich dein Clown sein und du meine Seiltänzerin. Warum nicht auch als B-Day Motto nehmen? Das Leben kann doch wahrlich ein Drahtseilakt sein und manches Mal lacht man mit dem einen und weint mit dem anderen Auge. Dresscode: Masquerade! Musik: Drehorgelspieler im Affenkostüm. Verpflegung: Zuckerwatte, Buttermais und geröstete Mandeln.

Welches Motto es schlussendlich doch geworden ist, das seht ihr ja dann vielleicht in 81 Tagen. Eine kleine Präferenz habe ich ja schon, aber die verrate ich euch natürlich nicht ;-)

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Das ist keine Anti-Fußball-EM Kolumne

Ich entspreche ja nicht so dem gängigen Fußballklischee. Ich kann damit nämlich einfach nichts anfangen. Ja ich weiß, damit würde ich eigentlich doch dem Frauenklischee entsprechen, aber wenn ich sage, dass ich damit gar nichts anfangen kann, dann meine ich das auch so. Also nicht mal wenn sie ihre Trikots tauschen und ihre verschwitzte Brust zu sehen gibt. Auch nicht bei Ronaldos Brust. Oder hieß der Ronaldinho?

Ich werde jetzt bestimmt nicht den typischen Spruch los lassen, von wegen dass ich es voll doof finde, dass Männer einem runden Leder hinterherlaufen, oder dass Fußball ja so superdoof ist. Nein, ganz sicher nicht. Das soll ja auch keine Anti-Fußball-EM-Kolumne werden, denn dafür habe ich viel zu oft geringschätzige Kommentare über meine jahrelange Leidenschaft Ballett gehört. Ups, schon wieder ein Klischee? Beides hat seine Lebensberechtigung, beides begeistert die Massen, aber nur eines verdient in der Pause Millionen von Euro an Werbeeinnahmen und verbindet die Menschen eines Landes so stark, dass sich Wildfremde in den Armen liegen, die sich sonst nur misstrauisch beäugt hätten. Das finde ich schön. Und wie sich die Spieler freuen, wenn sie ein Tor geschoßen haben und Männer plötzlich ganz öffentlich weinen dürfen.

Aber sonst bemühe ich mich wirklich in meiner Umgebung keines der doofen Klischees aufkommen zu lassen, das Frauen automatisch von Fanmeile, Stadion und peinlicher Gesichtsbemalung ausschließen und zu männergeilen, Abseits-Ahnungslosen und sexy Spielerfrauen Weibchen degradieren. Also bevor ich zu letzterem gehören, will ich mir trotzdem keinen Platz zwischen den Fußballfaninnen sichern und gehe stattdessen wohl besser Golfspielen. Oder ich schalte sofort um und demonstriere absolutes Desinteresse anstatt absolute Unwissenheit. Und wo lande ich dann? Im Meer von Bollywood-Filmen, Liebeskomödien und Rosamunde-Pilcher-Schnulzen. Während die Männer also Fußball schauen, können sich die Frauen beim Liebes-Happy-End die Augen ausheulen. Selbst die Samstagsreportage dreht sich um ein „Frauenthema“: Hochzeiten!

Dabei gibt es genügend Männer, die absolut null Interesse am Fußball haben und genügend Frauen, deren ganze Leidenschaft dem runden Leder gehört. Und trotzdem werden oft genug in bunt gemischten Runden Frauen wie selbstverständlich aus der Fußballdiskussion, Ticketorganisation und von Public Viewing Treffen ausgeschlossen. Selbst wenn diese Themen auch nur alle 2 Jahre zu WM bzw EM aufgegriffen werden und plötzlich alle zu selbsternannten Fußballsuperfans und Fußballalleswissern mutieren. Und dann rege ich mich natürlich im Namen aller Frauen lautstark auf und will miteinbezogen werden. Ganz ernst werde ich dann nicht genommen, zu offensichtlich ist mein Desinteresse. Selbst wenn ich mein Hammerargument vorbringe, das den absoluter Fußballfan vortäuschen soll: „Ich habe ein (das nächste Wort sage ich dann ganz leise) fast vollständig beklebtes Panini-Heft der WM 2010!“.
Ach sollen doch die wahren Fußball-Faninnen diesen Kampf kämpfen, ich lege mich in der Zwischenzeit in die Sonne…

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Festivalfeeling in der Luxusvariante?

Es war einmal ich. Am Zeltplatz eines Musikfestivals. Im heißesten August seit Jahren. Und irgendwie, fand ich es damals auch ganz cool. Jedenfalls wollte ich mich cool fühlen, denn immerhin bin ich auf einem Festival. Dort wo mich gefühlte 99 Prozent meines Freundeskreises nur dann suchen, wenn ich verkünden würde auf Abenteuerurlaub zu sein. Aber ich wollt mir selbst etwas beweisen und selbst erleben, von dem die 23 schon angeschimmelten Festivalbänder meines Studienkollegens bezeugen, dass es anscheinende unvergesslich gut ist.

Und jedes Jahr im Frühjahr, wenn die Festivalzeit aufs Neue beginnt und ich die Line-ups nach mir bekannten Bands absuche, sage ich mir, dass es eigentlich gar nicht soooo schlimm war. Dieses eine Mal, im August. Warum also nicht wieder ein modriges Zelt ausleihen, die Campingmatratze nach Löchern absuchen und den Oropax noch eine Chance geben?

Dann dämmert es mir wieder. Der Zeltplatz, eine Aneinanderreihung von windschiefen Zeltgruppierungen, deren Bewohner mehr Zeit im Alkoholdelirium halb aus der Zeltöffnung liegend verbringen, als vor der Bühne. Ich erinnere mich, dass es nicht gezwungenermaßen regnen muss, wenn es auf dein Zeltdacht pritschelt und dass einem das binnen kürzester Zeit gar nicht mal mehr so eklig vorkommt. Es wird mit dem Finger auf einen gezeigt, dass man anstatt in einem Campingstuhl und einem Bier in der Hand einpennt, dann doch lieber auf einer aufblasbaren Matratze mit billigen Oropax und in einem Pyjama Erholung sucht.

Warum ich das weiß? Weil mitten in der Nacht sich eine fremde Person in mein Zelt verirrte und mit dem Finger ungläubig auf mich zeigte. Und ich weiß jetzt, dass mein zuvor tiefgefrorener Lieblingswein noch schlechter schmeckt, als verwässerter und überteuerter Wein vom Gelände und man mit selbstgebrautem, frischen, türkischen Kaffee in der Früh leichter Freunde findet und nie wieder los wird, als des nachts mit einer Dose lauwarmen Bier. Nö das brauche ich doch nicht. So toll sind die Line-ups auch wieder nicht.

Aber warum nicht die Luxusvariante wählen? Im nahe gelegenen Hotel einchecken, statt im aufgeheizten Zelt und via Taxi die Wege überbrücken, anstatt mit FlipFlops im alkoholgetränkten Schlamm stecken bleiben. Weil irgendwie ist das dann doch nicht so richtig Festivalfeeling, oder?

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Dürfen Blondinen Pink tragen?

Unschuldig weiß oder verrucht schwarz? Sonnig gelb oder erfrisched grün? Viele Farben haben irgendwie eine Bedeutung für uns. Auch pink. Da denken die einen an Barbie, die anderen an Zuckerwatte, vielleicht auch Paris Hilton. Meistens ist es aber etwas ziemlich Süßes oder Tussiges.

Ich bin gerne blond. Ab und an überlege ich mir natürlich doch mal, die Farbe zu ändern, aber unterm Strich ist mir klar, dass ich gerne Blondine bin. Dass ich mit meiner Haarfarbe die ein oder andere Farbe bei Kleidern lieber meiden sollte – daran dachte ich noch nicht. Aber dafür eine Bekannte:

„Finde ich toll, dass du soviel rosa und pink trägst, obwohl du blond bist.“ Ich war etwas überrascht ob dieser Aussage. Seit wann passt denn blond und rosa nicht zusammen? „Nein ich meinte, weil ja Blondinen mit rosa recht bald billig oder tussig aussehen.“ „Ähm, danke… ?“ „Bei dir sieht es natürlich nicht so aus! Das ist ja auch das Tolle!“

Warum habe ich bloß das Gefühl, dass das nicht so ernst gemeint war und es nur ein Versuch war, aus dem Fettnäpfchen rauszukommen? Ich gebe zu, ich trage gerne rosa und pink. Aber ich hatte nie das Gefühl damit billig auszusehen. Was ist denn an meinem Blümchenkleid billig? Und wie eine Barbie sehe ich wahrlich nicht aus. Auch nicht wenn ich meine rosa Bluse mit meinem pinken Cardigan trage. Liegt vielleicht auch daran, dass ich keine Barbiemaße habe und meine rosarote Brille ungern absetze. Und ich hoffe doch, dass es auch daran liegt, dass ich sprechen kann. Zusammenhängende Sätze in der Regel und nicht aus Plastik bin.

Es ist mir klar, dass man als erwachsene Frau vielleicht nicht im Rosa-Barbie-Allover-Look auftreten sollte, wenn man ernst genommen werden möchte. Wobei, warum eigentlich auch nicht? Ich sage zwar auch immer, dass Kleider Leute machen, doch ernst nehmen sollte man eine Person doch immer. Egal was sie trägt.

Damit dieser Text aber nicht mit einer seriösen Moralpredigt endet, muss ich euch noch etwas gestehen: Neben rosafarbenen Kleidchen, Blüschen und Röckchen habe ich eine Vorliebe für rosafarbenen Nagellack und Lippenstift entdeckt. Und ich schwöre, der sieht super aus – so lange er knallpink ist. Sogar an einer Blondine. Solariumbräune, Dauerwelle und überlange Gelnägel würde ich dann aber vermeiden. Das könnte dann wirklich zuviel des Guten sein.

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Was Frauen schauen – oder auch nicht!

Ich liebe ja von Klischees triefende Texte und bis zur Unkenntlichkeit mit Ironie versetzte Wortbilder, aber manchmal kommt dann doch zwischen all meinen pinkfarbenen fluffigen Klein-Mädchenfantasien die Oberschullehrerin durch, die sich über so Kleinigkeiten wie rosafarbene Notebooks, Glitzerhandys und DVD-Aufklebern mit der Aufschrift „Was Frauen schauen“ ziemlich auslassen kann.

Letzteres ist mir gestern Abend leicht aufgestoßen. Selbst gepopptes Popcorn, Coke Zero und eine DVD, die von sich behauptet, dass ich die gerne schauen würde. Der Cover ist schon leicht schnulzig: Ethan Hawk als Supersoftie in der Abenddämmerung. So wirklich macht mich das nicht an. Aber der Film findet in Wien statt! Joaaa, das könnt schon besser werden. Das morbide Wien als Schauplatz einer tragischen Liebesgeschichte. Keine Ahnung ob Frauen das gerne sehen, aber für mich würde das schon passen.

Der Film beginnt in einem Zug. Die Österreicher sprechen offenbar alle derbstes Wienerisch laut Hollywood. Ok, gibt’s bisschen etwas zum Schmunzeln. Aber dann kommt ein Trauerspiel an Pseudo-Romantik. 15 Minuten wird im Zugrestaurant gesprochen, über Themen, bei denen man einem Fremden höflichkeitshalber zuhört und währenddessen überlegt, ob man lieber jetzt aufs Klo gehen sollte, oder erst bei der Ankunft. Dann supertiefgründige Gespräche über die ersten sexuellen Gefühle und was man denn so hasst und was einen so glücklich macht und was einem Pippi in die Augen treibt – diesmal in der Straßenbahn. In immer der gleichen Kameraeinstellung. Höhepunkt: Der schüchterne Kuss in einer menschenleeren Gondel des Riesenrads. Deshalb ist der Film also erst ab 6 Jahren freigegeben. Ich frage gelangweilt, ob denn da noch jemand Sex haben wird, oder ob jemand stirbt oder ob vielleicht jemand sein Konto überzieht. Irgendetwas eben, das den Film vom cinematografischen Herzstillstand bewahrt. Nö, is nicht.

Ich halte diese Ödesse nicht mehr aus und betreibe Schadensbegrenzung an meinem Konto von vergeudeten Minuten meines Lebens, indem ich mit dem Film Schluß mache. Ich fasse es nicht. DAS ist es also, das laut irgendwem Frauen gerne schauen. Das kann nur ein Mann entschieden haben, der als Baby von seiner Mami nicht gestillt wurde und einen abgrundtiefen Hass auf Frauen hat.

Zum Glück spielte es an dem Abend noch einen Vampirfilm. Auch mit Ethan Hawk, aber diesmal nicht als Supersoftie. Es gibt Blut, Intrigen, Geheimnisse, glühende Augen und statt mit Zug und Straßenbahn fahren die mit lichtgeschützten Autos, deren geplatze Reifen sich auf Knopfdruck von selbst wieder aufpumpen. DAS wollen Frauen sehen – naja, ich zumindestens.

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