Entries Tagged as 'Beziehungskiste'

4.2.2012

Das bisschen Haushalt…

Einen großen und bis zum letzten Zentimeter der Kleiderstange gefüllten Schrank zu besitzen, ist ein Traum vieler von uns. Also pilgern wir regelmäßig in die Shoppingtempel dieser Konsumwelt und kaufen ein Blüschen, ein Kleidchen und ein Röckchen nach dem anderen. Doch nachdem man sie in seinen Kleiderschrank gehängt, getragen und auf einen der getragenen Kleiderhaufen geworfen hat, müssen diese natürlich auch noch irgendwie, wie durch Zauberhand im besten Fall, zurück in den Schrank.

Hier gelangen wir an einen Diskussionspunkt einiger Pärchchen: Wer wäscht, hängt auf, bügelt und schlichtet wieder ein? Wer will und es sich leisten kann, beschäftigt dafür Personen, die das richtig gut können und dafür auch bezahlt werden. Wer sich diesen Luxus nicht leisten kann oder will, kommt also selten darum herum, diese To-Dos als Wetteinsätze zu verwenden. „Ich wette mit dir um 5 gebügelte Hemden, dass ich recht habe und der Burger King links und nicht rechts von der Straße ist“, oder „Wenn du dich traust unsere Nachbarn zu fragen, ob sie es sind, die wochenends immer Marihuana rauchen, dann hänge ich die nasse Wäsche auf“, oder „Wenn du jetzt um Mitternacht mit dem Hund runtergehst, dann sortiere ich die Schmutzwäsche und gebe sie in die Maschine.“

Es soll ja noch Familien und Pärchen geben, in denen es von ganz alleine klar ist, dass Frau die Wäsche macht. Sogar dass Frau die Wäsche vom gesamten Sportverein des Mannes erledigt. Und zwar vollkommen selbstverständlich, als wäre sie mit dem Wissen über die Bedienung von Waschmaschine, Trockner und Bügeleisen auf die Welt gekommen. Wenn’s ihr besonderen Spaß bereitet, bitte gerne, sie soll sich bei mir melden. Ich habe ganz viel Schmutzwäsche für sie, will ja keine Spaßverderberin sein.

In unserem Pärchenhaushalt herrscht Gleichberechtigung wenn es um die dreckige Wäsche geht. Und das ist so selbstverständlich, dass es noch niemand von uns in Frage gestellt hat. Wer Zeit hat, machts. Und wer eine Wette verloren hat, muss. Bis zu einem Punkt, nämlich, als mein Freund mit seinen Freunden über Hausarbeiten sprach und mir berichtete, dass die Frauen seiner Freunde, die gesamte Wäsche erledigen, wie selbstverständlich. Ich sah ihn herausfordernd an und wartete. Wartete darauf, dass er nun von mir ein goldenes Sternchen einfordert, nur weil er unsere Wäsche manchmal wäscht und seine Hemden selbst bügelt. Nichts von dem kam. Stattdessen erzählte er weiter: „Und dann habe ich erzählt, dass ich das alles selbst mache und oft genug auch von dir die Sachen mitwasche, und dass wenn ich von dir fordern würde meine Wäsche zu machen, du mich auslachen würdest.“ Guter Mann. Wenn ich ein Sternchen hätte, wäre es seins.

Diese und mehrere Kolumnen von mir findet ihr unter “Hello Monday” auf Styleranking!

12.28.2011

Warum es voll ok ist, sich einladen zu lassen

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Mama hat immer gesagt “Kind lass dich nie von einem Mann auf ein Getränk einladen, er wird eine Gegenleistung erwarten”. Geboren war das Bild des lüsternen Mannes, der mit einem Glas Bacardi-Cola sich eine Nacht oder zumindestens eine Knutscherei erkaufen wollte. Nein dann lieber doch selbst bezahlen, viele Diskussionen führen, mich als Zicke bezeichnen lassen und mit leerer Geldbörse aus der Bar stolzieren.

Heute sage ich dazu nur noch Bullshit. Mädls lasst euch doch ruhig einladen, wenn der Mann ok erscheint! Was ist schon dabei? Ich mein da müsstet ihr schon richtig kleines Trutscherln (österreichisch für dumme Frau hrhr) sein, dass ihr denkt irgendwer könnte nach einem oder mehreren Getränken Ansprüche erheben auf irgendetwas außer vielleicht ein Gespräch. Und ich komme jetzt nicht mit dieser Schlampenbegründung “Na wenns so blöd sind, dass sie alles zahlen, dann sollens eben alles zahlen.” Das hat ja wohl echt nichts mit Blödheit zutun meiner Meinung nach. Vor einiger Zeit habe ich darüber eine Diskussion mit einem Freund geführt, der sich darüber beklagt, wenn sich Frauen partout nicht einladen lassen. Er sieht das als Beleidigung, denn er wolle doch einfach nur mal etwas plaudern und schauen was passiert – eine Einladung auf ein Getränk ist ein netter Einstieg. Er fühlt sich abgestoßen davon, wenn eine Frau herumzickt, als würde sie mit der Annahme des Glas Wein einen Vertrag für einen One Night Stand zustimmen. Als sei er ein verzweifelter geiler Bock, der nur durch Getränkeeinladungen Frauen rumkriegen würde.

Was soll denn das? Ich mein, wer glaubt denn tatsächlich dass man mich für ein schäbiges Getränke haben könnte? Für ein Getränk! Was soll dieses Theater darum? Jede kann sich doch ihre Flüssignahrung selbst bezahlen, dafür braucht man doch absolut keinen Typen. Das ist doch kein Gegengeschäft. Auch nicht wenn man auf einen Urlaub eingeladen wird, wobei da kann man sich zumindestens die Absichten ausmalen :D

Ich will damit nicht sagen, dass Frauen jede Gelegenheit am Schopf packen sollen um sich einladen zu lassen, sondern ich will damit sagen, dass wenn ihr diese Weisheit auch von euren Müttern auf den Weg bekommen habt, das etwas lockerer zu sehen. In den seltensten Fällen kommen Männer auf einen zugestürzt und drücken einem ein Glas kommentarlos in die Hand. Meist werden zumindestens zwei Sätze gewechselt, und dann weiß man ja, ob man mit dieser Person Zeit schenken und ein Gespräch führen will. Denn alleine das gebührt der Anstand, wenn man eingeladen wurde, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Wenn ausgetrunken und sich der Typ als Vollidiot entpuppt, dann kann man ja abziehen. Falls nicht, darf Frau ruhig auch zurückeinladen ;)

Anders sehe ich es natürlich mit Frauen die zu Männern gehen und direkt eingeladen werden wollen. Sollte ein männlicher Leser mal wieder in so eine Situation geraten, dann empfehle ich die Reaktion meines Ex:

Sie: Hi, magst mir ein Getränk zahlen?

Er: Hi, magst mir einen blasen?

12.4.2011

Ich, die Adventkalender-Force

Ich habe nie behauptet, dass es einfach ist mit mir. Dass ich sonderliche genügsam sei oder gar anspruchslos. Man kann durchaus behaupten, dass ich leicht fordernd bin. Na gut, ich bin fordernd. Und wenn es um Adventkalender geht, da verstehe ich keinen Spass.

“Wenn du meine leeren Klopapierrollen angreifst, dann muss ich dich leider töten Schatz.”
“Welche Klopapierrollen?”

Ok, vielleicht sehe nur ICH den unschätzbaren Wert in leeren Klopapierrollen, insbesondere 1 Monat vor der Adventszeit. Jahrelang habe ich eine Freundin dazu vergewaltigt mir einen Adventkalender zu basteln. Es gab kein Auskommen für sie. Zum Glück hat sie es gerne gemacht. Sagt sie jedenfalls. Und ich habe ihr natürlich einen gebastelt. Baumaterial Nummer 1: Leere Klopapierrollen.

Dieses Jahr hatte meine Freundin Glück, denn der Kelch des Adventkalenderbastelns ging an ihr vorüber, dafür blieb er bei jemandem anderen hängen.
“Du brauchst heuer keinen für mich basteln, mein Freund macht einen für mich.”
“Das ist aber lieb von ihm.”
“Ja, aber er weiß noch nicht, dass er so lieb ist.”

Irgendwie ist das so ein Spleen von vielen Pärchen, sich in der Adventszeit gegenseitig Adventkalender zu basteln. Und wenn mir etwas in meiner Singlezeit während der Weihnachtszeit gefehlt hat, dann war es eben so ein liebevoller Adventkalender. Und ein Geschenk, das von Herzen kommt natürlich. Das man bestenfalls um den Hals hängen kann und glitzert. Aber ich schweife ab.

Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich einen halben Adventkalender von meinem Freund bekommen habe und die andere Hälfte kommt von mir :) Und ja damit gebe ich jetzt an, so wie alle meine Freundinnen immer angegeben haben, wenn sie von ihrem Freund einen bekommen haben. Jaja, ich weiß eh, du bist ja soooo happy und soooo verliebt und du hast soooo einen tollen Freund. -.-
Dank ganz subtiler Hinweise, nach der Klopapierrollen-Mordandrohung habe ich ihn – nennen wir es – daran erinnert:
“Na jene Rollen, die im Mülleimer liegen und dort in der Regel ganz sicher sind, weil du nie den Müll vom Klo ausleerst. Ich bastler dir damit nämlich einen Adventkalender.”
Bedeutungsschwer Pause
“Du machst mir doch auch einen, oder?”
“Wie bitte?”
“Na wenn ich dir eine mache, dann machst du mir eh auch einen? Stimmts?”
“Ähm, ja klar….”

Mission accomplished

9.21.2011

Projekt Zusammenziehen I

Es ist in den letzten Tagen ziemlich still geworden auf meinem Blog. Der Grund ist ein großes Projekt. Nämlich Projekt Zusammenziehen mit meinem Freund. Für die einen mag es ziemlich schnell gehen, für uns ist es nach knapp 1 Jahr Friede-Freude-Eierkuchen-Zusammenseins genau der richtige Moment. Von einer 45 qm Wohnung ging es also vergangenes Wochenende in eine 90 qm Wohnung, die es nun einzurichten gilt. Und das ist mehr Arbeit als ich mir gedacht hätte!

Abgesehen davon, dass hier zwei verschiedene Wohnstile aufeinander prallen (er liebt schwarze Möbel, ich hingegen weiße), sind wir sehr mutig und begeben uns heute Richtung Ikea, wo der Endkampf ausgefochten wird. Erinnert mich ein bisschen an die Serie “Unsere erste gemeinsame Wohnung” in der sich die Pärchen regelmäßig die Köpfe einschlagen, weil er nicht auf seine Star Wars Figuren in der speziell dafür angefertigten Vitrine im Wohnzimmer verzichten kann und sie auf ein total nachvollziebar angenehmens rosafarbenes all-over-Wohnkonzept besteht. So krass wird es bei uns nicht werden, denn solche essentiellen Fragen haben wir zuvor schon geklärt: Er darf seinen Globus mitnehmen, ich dafür mein Prinzessinnenbett. Ziemlich fair, oder?

PS: Wer etwas über mein Klamotten-Siedlungs-Konzept erfahren will, kann ja meine Hello-Monday-Kolumne von letztem Montag lesen :D

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9.1.2011

Endstation Pärchenabend?

Wieso sind Pärchenabende meistens nicht so aufregend, wie Abende unter Singles? Weil Pärchenabende meistens so erwachsene Abende in einem guten Restaurant, bei einem zu Hause mit einer Flasche Wein sind oder man geht in eine chillige Bar. Man geht dort hin, wo man miteinander reden kann. Könnte von meiner Mutter sein. Wo man theoretisch auch schlafen könnte.

Ich mag somit Pärchenabende nicht so sehr. Egal ob als Single oder nicht. Wobei ich sie als Single weniger schlimm fand. Die einzige – wortwörtlich – freie Person in der Runde zu sein, das hatte was erhebendes für mich. Die anderen dachten wohl “Meine Güte die Arme, hat immer noch niemanden gefunden, der sie zu einem Ganzen macht”. Ja, manchmal hatten sie auch recht, da gings mir wirklich nicht so gut. Aber an Pärchenabenden, da habe ich mich die meiste Zeit sehr amüsiert. Habe mir die Beziehungsdramen von der Ferne angesehen und festgestellt wie gut es mir doch so ohne Dramen geht. Bei den glücklichen Pärchen habe ich mich ganz nah dran gestellt um mir ein bisschen von der verliebten Atmosphäre abzusaugen und meine Hoffnung auf die große Liebe zu gestärkt. Und in langweiligen Pärchenrunden, in denen es nur über “WIR haben jenes geplant…” und “WIR haben das getan…” oder “Nein, das wollen WIR nicht…”, konnte ich ruhigen Gewissens meine Partybitches anrufen und abzischen zu “Hola, hier bin ICH!”. Ist ja nicht so, dass ich da wen alleine im Stich lassen würde.

Und jetzt, als nicht mehr Single, da nehmen solche Pärchenabende mittlerweile überhand. Ohne, dass sie als solches tituliert werden, passieren sie plötzlich. Ist das immer so, wenn man nicht mehr Single ist? Und das schlimmste: Es gibt keinen Single dazwischen, der die Atmosphäre bisschen auflockert und von seinen Hurereien erzählt. Das sind doch eigentlich die besten Geschichten, oder? Und nicht die Friede-Freude-Eierkuchen-Sülzereien von uns Pärchen. Da hat man selbst immer das Gefühl, man müsse jetzt auf verliebte und heile Welt tun, weil man ja weiß, dass die Pärchen dann später über andere Pärchen herziehen, wie gar nicht pärchenhaft die doch sind, oder auch wie ekelhaft superpärchenhaft die doch sind. Irgendwie so wie bei Singles unter sich, wenn man darüber herzieht, was für eine Schlampe die eine doch sei und wie verzweifelt der andere.

Ja was jetzt? Ja keine Ahnung! Die Hobbypsychologen unter uns würden wohl sagen “Ach Kinder, seid doch einfach ihr selbst.” Ok. Dann würde ich mich in meinem jetzigen Beziehungsstatus, der noch nicht einmal 1 Jahr andauernd, vollkommen von der Außenwelt abkoppeln und in meinem eigenen herrlichen, kitschigen, superromantischen und lustigen Pärchenuniversum von einer Wolke zur nächsten hüpfen und vergessen, dass da ja auch noch andere Menschen draußen sind. Verdammt nochmal, wo sind denn plötzlich alle Singlefreunde abgezischt? Ist ihnen das etwa zu langweilig? Bin ich ihnen zu langweilig?

Und ich erinnere mich: Ich Single. Beste Freundinnen natürlich vergeben. Warum natürlich? Weil sie immer vergeben waren, wenn ich Single war. Voll unpraktisch sowas. Oder versucht euch mal nicht insgeheim ein bisschen zu freuen, wenn die Beziehung eurer Freundin plötzlich in die Brüche geht und ihr nun endlich wieder gemeinsam Party machen gehen könnt! Ich glaub ich bin ein schlechter Mensch. Und kaum waren sie in einer Beziehung und ich Single, dann waren sie wieder vom Erdboden verschluckt. Und wenn ich sie dann doch mal zu sehen bekam, erhalte ich Berichte von Pärchenabenden. Natürlich mit Freundinnen von mir, die ebenfalls in einer Beziehung sind. So hatte ich meinen Singles-Freundeskreis und meinen Vergebenen-Freundeskreis. Die zu vermischen wagte ich nur an meinen Geburtstagen. Und einmal dürft ihr raten, wer der harte Kern war, der nicht um Mitternacht nach Hause fuhr. Bin ich jetzt etwa auch so eine, die um Mitternacht mit ihrem Freund abzischt, weil eh nichts besseres mehr nachkommt?

Ich sage natürlich nein, das bin ich nicht! Aber ich frage mich ob es nun tatsächlich so ist, dass Singles und Pärchen zusammen nicht den Spaß haben können, den sie untereinander haben? Verfolgen Pärchen und Singles andere Ziele, wenn sie sich am Abend treffen? Sie wollen alle Spaß haben und lachen und neue Leute kennenlernen, klar, niemand will langweilig sein. Aber wie der Spaß aussieht, ist glaube ich bei Singles und Pärchen teilweise anders. Als Single war Spaß beim Weggehen immer, wenn ich die Nacht mit meiner Freundin durchgetanzt, gelacht und getrunken habe, Männer kennenlernt, Aufmerksamkeit geschenkt bekommen habe und eine Einladung auf ein Date hatte. Aber momentan habe ich ja den meisten Spass, wenn ich mit meinem Freund Party mache. Es ist einfach so superpraktisch! Ich habe immer wen zum schmusen, zum grapschen äh quatschen, zum tanzen und zum nach Hause gehen mit dabei. Und das Taxigeld können wir uns auch teilen, das heißt wir können so richtig dem Alkoholmissbrauch fröhnen. Habe das Gefühl, dass in mir immer noch der Single steckt, der mit seinem Aufriss an der Bar herumschmust – nur halt dass es immer der gleiche Aufriss ist, der mein Herz zum höher schlagen bring.

Vielleicht sollte ich versuchen mir mein selbst auferlegtes langweiliges Bild des Pärchendaseins und der Pärchenabende ablegen. Denn ich sehe ja an mir, dass es gar nicht mal so langweilig ist, wie ich es als Single immer dachte.

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